24.07.2019 | Verkehr & Mobilität Unfall in einer Baustelle: So funktioniert die Rettungsgasse

Der Unfall auf der A92 bei Freising in Oberbayern sorgte vor kurzem für Schlagzeilen. Wegen einer fehlenden Rettungsgasse mussten die Rettungskräfte drei Kilometer bis zur Unfallstelle rennen. Problem war ein Stau innerhalb einer Baustelle. Doch wie bildet man Rettungsgassen in Baustellenbereichen eigentlich?

Foto: Patrick Seeger/dpa

Wenn ein Unfall passiert, gilt es schnell zu handeln. Rettungskräfte müssen informiert werden und jeder Autofahrer ist verpflichtet eine Rettungsgasse zu bilden. Auf normaler Straße kein Problem, denn die Autos auf der linken Spur fahren so links wie möglich und die auf der Spur daneben so rechts wie möglich. Doch wenn sich der Unfall innerhalb einer Baustelle ereignet, sieht das Ganze schon anders aus. Die Autobahn ist verengt, es gibt weder einen Standstreifen, noch sonderlich viel Platz um rechts und links ausweichen zu können. Was also tun?

Alle auf die rechte Spur 

Wenn der Baustellenbereich zweispurig ist, müssen alle Autofahrer auf die rechte Spur, damit die Rettungskräfte links vorbeifahren können. Manche Baustellen verfügen auch über eine sogenannte Logistikspur. Auf der werden normalerweise Materialien für die Baustelle geliefert. Für normale Verkehrsteilnehmer ist sie verboten, Rettungsfahrzeuge dürfen sie allerdings im Notfall benutzen. 
Übrigens: Eine Rettungsgasse ist nicht erst dann zu bilden, wenn man die Sirenen hört, sondern sofort, wenn der Verkehr anfängt zu stocken. Im Notfall darf keine Sekunde verschwendet werden!

Versetzt fahren!

Sollte die Baustelle nur einspurig sein oder ist einfädeln auf die rechte Spur nicht mehr möglich, dann achtet unbedingt darauf, versetzt zu fahren und genügend Abstand zu den Autos vor und neben euch zu haben. So können sich Rettungskräfte durch den Stau schlängeln und hoffentlich rechtzeitig an der Unfallstelle ankommen. 

Hinweis: Seit 2017 sind bei uns die Strafen deutlich höher für Verkehrsteilnehmer, die keine Rettungsgasse bilden. Wer Einsatzkräften die Durchfahrt erschwert, muss mit Bußgeldern bis zu 200€ rechnen. 

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