Deutsches Museum baut Mega-Depot für Technikschätze
Was lagert das Deutsche Museum im Verborgenen? Bald bekommt die Techniksammlung jenseits der Ausstellung eine neue Schatzkammer – mit überraschenden Details zur Finanzierung.
Erding/München (dpa/lby) - Das Deutsche Museum bekommt eine neue Schatzkammer: Für Zehntausende wertvolle Objekte, die nicht in Ausstellungen gezeigt werden, entsteht in Erding ein zentrales Depot. Die Bauarbeiten sollen im September 2026 beginnen und Ende 2028 abgeschlossen werden, wie das Museum mitteilte. Läuft alles nach Plan, könnte der Neubau Anfang 2029 die ersten Exponate aufnehmen.
Historische Schätze im Depot
Wie jedes Museum hat auch das Deutsche Museum weit mehr Objekte, als es in seinen Ausstellungen trotz ihrer Größe zeigen kann. Etwa zehn Prozent der Sammlung sind ausgestellt, die übrigen Objekte – von historischen Maschinen oder Flugzeugen bis hin zu empfindlichen Einzelstücken - liegen in Depots.
Im ersten Bauabschnitt ist ein fünfgeschossiger Bau mit rund 14.000 Quadratmetern Lagerfläche geplant, ergänzt um Räume für Anlieferung, Digitalisierung, Konservierung und Restaurierung.
In der Endausbaustufe soll das Depot 45.000 Quadratmeter Lagerfläche haben. «Hier ist genug Platz, um die ganze Sammlung des Deutschen Museums aufnehmen zu können», sagte Generaldirektor Michael Decker. «Und das an einem Ort, der nicht allzu weit vom Museum selbst entfernt ist – ein wirklich großer Vorteil.»
100 Millionen für eine dauerhafte Lösung
Weil das Museum kein eigenes Zentraldepot hat, musste es bisher Depotflächen anmieten – für Mietkosten von mehreren Millionen Euro pro Jahr. Im September 2014 hatte das Museum das Gelände für das neue eigene Depot gekauft, doch bisher fehlten die Mittel, um es zu bebauen.
Nun wird es von einem externen Investor gebaut, finanziert und betrieben. Das Museum zahlt die Kosten ab – und braucht dafür nach eigenen Angaben keine zusätzlichen öffentlichen Mittel. Samt Betrieb und Finanzierung soll das Depot das Museum damit über die 25 Jahre hinweg 100 Millionen Euro kosten.
«Auf lange Sicht ist das Geld für ein Zentraldepot also richtig gut investiertes Geld», sagte der Kaufmännische Direktor Henrik Häcker. Das Zentraldepot gehöre dem Museum schon in der Bauphase – und ab 2053 dann ohne zusätzliche Kosten.
Exklusive Adresse
Die Adresse für das neue Depot könnte kaum besser passen, so ein Museumssprecher: Das 20.000 Quadratmeter große Grundstück liege zwischen der Justus-von-Liebig-Straße und Marie-Curie-Straße – beide benannt nach berühmten Wissenschaftlern, deren Arbeiten auch im Deutschen Museum dargestellt sind.