Geringe Borkenkäfer-Schäden im Bayerischen Wald
Der Borkenkäfer hat sich im Bayerischen Wald trotz der Trockenheit in diesem Sommer vergleichsweise wenig ausgebreitet. Welche Gründe gibt es?
Spiegelau (dpa/lby) - Die Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald hat sich deutlich entspannt. Sowohl im Bereich des Nationalparks als auch in den umliegenden Privat- und Staatswäldern sind vergleichsweise geringe Schadholzmengen zu verzeichnen, wie Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, der Nationalparkverwaltung, der Forstverwaltung sowie der privaten Waldbesitzer bei einem Austausch mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unisono bekundeten.
In den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen seien in diesem Sommer bisher historisch geringe Mengen an Käferholz festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Im Bereich des Nationalparks sind es heuer aktuell rund 4000 Festmeter Schadholz durch den Borkenkäfer. Im gesamten Jahr 2025 waren es den Angaben nach rund 7000 Festmeter. Im Rekord-Schadensjahr 2023 waren rund 140.000 Festmeter Käferholz im Nationalpark zusammengekommen. Damals gab es die Befürchtung, der Borkenkäfer springe aus dem Nationalpark auf angrenzende Wälder über.
Auch die Staatsforsten stellen rückläufige Schadmengen fest, wie Vorsitzender Rudolf Plochmann berichtete. Waren es 2024 knapp 1,4 Millionen Festmeter, sind es im bisherigen Jahr 2026 rund 164.000 Festmeter Käferholz.
Aiwanger: Noch keine Entwarnung
Aiwanger betonte, die Erfolge im Kampf gegen den Borkenkäfer seien vor allem auch auf das gemeinsame Handeln zurückzuführen. Es gehe nicht um Schulddebatten, sagte er. Vielmehr müsse gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, und die Maßnahmen der vergangenen Jahre zahlten sich aus. Nach 2024 und 2025 war es der dritte Ortstermin zum Thema Borkenkäfer-Bekämpfung im Bayerischen Wald.
Entwarnung gebe es aber trotz der positiven Entwicklung nicht, waren sich die Beteiligten einig. «Nach Hitze und Trockenheit sind viele Bäume geschwächt. Wir müssen aufmerksam bleiben, Befall früh erkennen, Käferholz konsequent aufarbeiten und zügig aus dem Wald bringen», so Aiwanger.
Zu den Maßnahmen zählen das regelmäßige Absuchen von Bäumen nach Bohrmehl, die schnelle Aufarbeitung betroffenen Holzes und dessen zügiger Abtransport aus dem Wald.