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Hochwasser in Bayern: Stromausfälle in Teilen Bayerns

Die Hochwasser-Lage in Teilen Bayerns ist auch am Sonntag, den 02.06.2024, kritisch. Inzwischen haben zahlreiche bayerische Kommunen den Katastrophenfall ausgerufen. Ein Feuerwehrmann ist bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Aktuelle Infos und Updates zum Hochwasser bei Dauerregen in Bayern. Alle Informationen dazu gibt's hier.

Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa

Das Hochwasser hält den Freistaat weiterhin in Atem. Mehrere Landkreise in Bayern rufen den Katastrophenfall aus, mehr als 40.000 Einsatzkräfte und Helfer kämpfen seit Samstag, den 01.06.2024, gegen das Hochwasser.  

Nach tagelangem Dauerregen sind in vielen Gegenden Flüsse und Bäche über die Ufer getreten, Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm kam in der Nacht ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben.

Die Updates im Überblick

  • Hochwasser in Bayern Foto: Uwe Lein/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Davor Knappmeyer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Josef Reisner/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Davor Knappmeyer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Armin Weigel/dp
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Pia Bayer/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Hochwasser in Bayern Foto: Pia Bayer/dpa
  • Jahrhunderthochwasser in Bayern Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Hochwasser in Bayern - Babenhausen Nikolas Schäfers/dpa

Stromausfälle in Teilen Bayerns

Die Überschwemmungen in Bayern haben in mehreren Landkreisen die Stromversorgung beeinträchtigt. Wie Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Sonntag in München mitteilte, sind im Gebiet der LEW Verteilnetz GmbH vor allem die Landkreise Günzburg, Augsburg, Dillingen und Unterallgäu von lokalen Stromausfällen betroffen.

Im Netz der Bayernwerk Netz GmbH konzentriere sich das Störungsaufkommen aktuell auf Oberbayern. Verstärkt betroffen sei derzeit der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm sowie der nördliche Landkreis Freising (Allershausen). Das Umspannwerk Reichertshofen sei zudem stromlos. Die Stromversorgung der Bevölkerung kann laut Aiwanger derzeit noch größtenteils über alternative Netzverbindungen sichergestellt werden.

Die Stromausfälle konzentrieren sich entlang der Flüsse und sind aus Netzsicht beherrschbar. So weit das möglich ist, versuchen die zuständigen Verteilnetzbetreiber die Stromversorgung durch Umschaltungen auf andere Leitungen zu gewährleisten. Mit flächendeckenden Stromausfällen rechnen wir derzeit nicht.

Hubert Aiwanger

Der Minister wies darauf hin, dass Menschen überflutete Bereiche in Gebäuden oder in der Nähe von Stromleitungen nicht betreten sollten. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel wie Hausanschlusskästen, Verteilerschränke und Zähleranlagen - insbesondere im Kellerbereich - könnten bei Überflutungen eine Gefahr darstellen.

Aktuelle Schulausfälle in Bayern

Katastrophenfall für Landkreis Kelheim ausgerufen

Aufgrund des Hochwassers ist auch für den Landkreis Kelheim in Niederbayern der Katastrophenfall ausgerufen worden. Dies teilte das Landratsamt am Sonntag mit. 

Der Pegelstand der Donau in Kelheim hat am Sonntag den Angaben nach die höchste Meldestufe 4 auf der vierstufigen Meldeskala überschritten und sollte noch weiter steigen. Im Bereich Oberndorf wurde demnach Meldestufe 3 erreicht. An der Abens im Bereich Aunkofen sei ebenfalls Meldestufe 4 überschritten worden. Größere bebaute Gebiete sind damit vom Hochwasser bedroht.

A9 in Oberbayern teilweise gesperrt

Die A9 in Oberbayern ist nach einem Dammbruch teilweise gesperrt worden. Betroffen ist laut Autobahn GmbH zum einen der Abschnitt zwischen Ingolstadt-Süd und Langenbruck in beiden Fahrtrichtungen. Zudem sei der Abschnitt zwischen Pfaffenhofen und dem Autobahnkreuz Neufahrn erheblich eingeschränkt. Es werde empfohlen, den gesamten Bereich großräumig zu umfahren. Weitere Einschränkungen durch Überflutungen gab es zudem auf der A8 in Fahrtrichtung München im Bereich von Sulzemoos.

Grund für die Einschränkungen ist nach Angaben der Polizei, dass Fahrbahnen teilweise überspült wurden. Auch für die Polizei sei ein Hochwasser dieses Ausmaßes in diesem Bereich neu, sagte ein Sprecher. Es gebe zudem Stromausfälle. Betroffen sei eine erhebliche Anzahl von Menschen. Es werde versucht, das Problem zu lösen.

Notunterkünfte im Landkreis Neu-Ulm verlegt

Im Landkreis Neu-Ulm mussten wegen des Hochwassers zwei Erstanlaufstellen für Geflüchtete evakuiert werden. Wie das Landratsamt Neu-Ulm mitteilte, werden rund 200 Menschen aus einer Unterkunft in Nersingen in die Halle der Berufsschule in Neu-Ulm gebracht. Es werde befürchtet, dass Wasser in die Halle in Nersingen eindringen könnte. 

Die Notunterkunft in der Fuggerhalle in Weißenhorn sei bereits vorsichtshalber in den Vöhringer Stadtteil Illerberg verlegt worden. Zwar war die Halle in Weißenhorn selbst nicht vom Hochwasser betroffen, allerdings sei der Parkplatz überflutet worden. In der neuen Unterkunft in Illerberg befinden sich den Angaben nach zehn Menschen.

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Söder: 40.000 Einsatzkräfte wegen Hochwasser in Bayern unterwegs

Zur Bewältigung des Hochwassers sind bislang rund 40.000 Einsatzkräfte in ganz Bayern unterwegs. Dies sagte Ministerpräsident Markus Söder am Sonntag im oberbayerischen Reichertshofen. "Das Wichtigste wird jetzt sein in den nächsten Stunden, die Ablösungen gut zu organisieren." Es müssten diejenigen abgelöst werden, die schon sehr lange im Einsatz seien, sagte Söder. 

Ein Vertreter der Feuerwehr sagte, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm herrsche aktuell ein unberechenbares Hochwasser, "das wir so auch noch nie verzeichnen mussten." Der Markt Reichertshofen werde aktuell überflutet. "Wir können nichts mehr tun, wir müssen quasi jetzt aufgeben. Aber aufgeben heißt nicht, dass wir Leib und Leben dafür riskieren, das haben wir im Griff." Aktuell seien im Landkreis rund 4600 Helfer im Einsatz. Die Prämisse laute nun: Schutz von Leib und Leben.

Zugleich appellierte der Ministerpräsident an Betroffene, Warnungen per Smartphone ernst zu nehmen. 

Wenn sie irgendwo den Handyalarm bekommen und die Aufforderung rauszugehen, zu evakuieren: nicht noch den Koffer packen, nicht noch alle möglichen Gegenstände mitnehmen, sondern einfach dann in dem Moment rausgehen. Es geht da wirklich um Leib und Leben.

Markus Söder

Dachau ruft Katastrophenfall aus

Im oberbayerischen Landkreis Dachau gilt jetzt der Katastrophenfall. Wegen der kritischen Hochwasser-Entwicklung in der Gemeinde Petershausen und der angespannten Lage in anderen Gemeinden habe Landrat Stefan Löwl am frühen Sonntagmorgen den Katastrophenfall ausgerufen, teilte das Landratsamt mit. Der Schritt sei notwendig geworden, da die örtlichen Kräfte nicht mehr ausreichen, um die zahllosen Einsatzstellen in den kommenden Stunden abarbeiten zu können. Nun könnten Hilfeleistungen auch überörtlich in den Landkreis geschickt werden.

Im Landkreis Dachau waren in der Nacht die Pegelstände an der Glonn, der Maisach sowie der Amper angestiegen. In Petershausen seien Teile des Hauptorts überflutet, die Einsatzkräfte retteten bisher rund ein Dutzend Personen aus den überfluteten Bereichen, weitere Evakuierungen werden vorbereitet. Betroffen seien alleine in Petershausen mehr als 50 Wohnhäuser. Die Asylunterkunft direkt neben der Glonn sei bereits am Abend geräumt worden.

Dillingen: Bundeswehr unterstützt mit 70 Mann

In den Hochwassergebieten im Landkreis Dillingen a.d. Donau hilft seit Sonntagmorgen die Bundeswehr im Kampf gegen das Hochwasser. Rund 70 Mann der Bundeswehr seien zur Unterstützung der Hilfskräfte im Landkreis im Einsatz, teilte das Landratsamt mit. 30 Mann unterstützten beim Befüllen von Sandsäcken in der Stadt Höchstädt, sie sollten anschließend in der Stadt Wertingen bei der Verbauung von Sandsäcken helfen. Weitere 40 Mann seien in Peterswörth, einem Gemeindeteil der Stadt Gundelfingen, mit dem Aufbau von Sandsäcken beschäftigt. Hier ist am Samstag ein errichteter Behelfsdamm gebrochen.

Der Krisenstab des Landratsamts hatte bei der Bundeswehr Hilfe angefordert. In dem Landkreis gilt der Katastrophenfall. Am Samstagabend hatte sich die Lage am Samstagabend an der Zusam, einem Zufluss der Donau, zugespitzt.

Dammbruch bei Ingolstadt

Für die Region Ingolstadt meldet das Warnsystem Katwarn einen Dammbruch. Der Damm befinde sich im Bereich Baar-Ebenhausen, heißt es. Betroffen sind die Gemeinden Reichertshofen, Baar-Ebenhausen und Manching, hier ist mit Überflutungen zu rechnen. "Verlassen Sie umgehend die Erdgeschosse und begeben Sie sich in höhere Stockwerke!", lautet die Aufforderung der Behörden.

Habeck und Söder in Flutgebiet erwartet

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) reist am Sonntag, den 02.06.24, in die bayerischen Hochwassergebiete. Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Landesinnenminister Joachim Herrmann wird sich der Bundeswirtschaftsminister zunächst in Reichertshofen im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ein Bild von der Lage machen. In dem Landkreis war in der Nacht ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen.

Auf dem Weg nach Pfaffenhofen erfahre ich von dem Tod eines Feuerwehrmannes. Es ist furchtbar. Er starb, als er Menschen vor dem Hochwasser retten wollte. In Gedanken bin ich bei seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen, ihnen viel Kraft. Die Einsatzkräfte, ehrenamtliche wie hauptberufliche, riskierten in den Hochwassergebieten ihr Leben, um Menschen zu retten.Dass sie diesen Mut, diese Einsatzbereitschaft aufbringen, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein großes Zeichen, diese Verantwortung zu übernehmen.

Robert Habeck

Nach Reichertshofen wollen die Politiker Babenhausen im schwäbischen Landkreis Unterallgäu besuchen. Auch dort war die Hochwasserlage dramatisch. Söder und Herrmann fahren dann weiter noch Günzburg.

Feuerwehrmann in Pfaffenhofen ums Leben gekommen

Im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ist ein Feuerwehrmann bei einem Hochwassereinsatz in Affalterbach/Uttenhofen ums Leben gekommen. 

Die freiwillige Feuerwehr Ehrenberg-Pfaffenhofen war um kurz nach 23 Uhr zu einem Einsatz gerufen worden, weil mehrere Menschen in einem Bungalow eingeschlossen waren, der vom Wasser umgeben war. 

Das Boot, mit dem vier Feuerwehrleute den Menschen helfen wollten, kenterte im Hochwasser. Drei der vier Feuerwehrleute konnten sich selbst retten, der vierte, ein 42-jähriger Mann wurde gegen 2:20 Uhr in der Nacht tot aufgefunden, erklärt die Polizei. 

Vermisste Frau in Schrobenhausen

In Schrobenhausen in Oberbayern wird befürchtet, dass sich in einem vollgelaufenen Keller noch eine 43-jährige Frau befindet. Am Samstagabend wurde gegen 21:10 Uhr über Notruf mitgeteilt, dass in Schrobenhausen der Keller eines Mehrfamilienhauses im Schleifmühlweg überflutet wurde. Eine 43-jährige Bewohnerin hielt sich zu diesem Zeitpunkt in den Kellerräumen auf, erklärte die Polizei Oberbayern Nord. 

Für die Rettungskräfte ist es aktuell schwierig, in das Gebäude vorzudringen, am Vormittag sollte eine erneute Suchaktion gestartet werden.

THW stockt Einsatzkräfte in Hochwassergebieten auf

Das Technische Hilfswerk (THW) hat die Zahl seiner Einsatzkräfte in den Überschwemmungsgebieten in Süddeutschland deutlich aufgestockt. Mittlerweile seien mehr als 1800 Kräfte im Einsatz, teilte eine Sprecherin am Sonntagmorgen mit. Die Helferinnen und Helfer sichern demnach Dämme ab, helfen beim Befüllen von Sandsäcken und unterstützen bei Evakuierungen von Bewohnern in überfluteten Gebieten. Parallel zum THW sind Feuerwehr und andere Nothelfer im Einsatz. 

Diese Landkreise haben aktuell den Katastrophenfall ausgerufen

  • Landkreise Günzburg
  • Aichach-Friedberg
  • Unterallgäu
  • Augsburg 
  • Neu-Ulm
  • Donau-Ries
  • Dillingen 
  • Landkreise Pfaffenhofen
  • Neuburg-Schrobenhausen
  • Freising
  • Dachau
  • Kelheim

Mit dem Ausrufen des Katastrophenfalls greift eine einheitliche Kommandostruktur bei Behörden und Hilfsorganisationen, außerdem können damit mehr Helfer mobilisiert und betroffene Gebiete schneller geräumt werden.

Regen sorgt an mehreren Pegeln für Hochwasser der höchsten Meldestufe 4. Der Schwerpunkt lag in der Nacht zum Sonntag noch bei den südlichen Donauzuflüssen Günz, Mindel, Zusam, Schmutter, Paar, Abens, Ilm und Amper sowie an der oberen Donau, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte.

Hochwasser in Bayern Foto: Sven Hoppe/dpa

Dauerregen und steigende Pegelstände

Teils fielen Regenmengen von 130 Litern und mehr pro Quadratmeter. Von Freitagmorgen an kamen etwa im bayerischen Sigmarszell-Zeisertsweiler im Landkreis Lindau nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach 135 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden vom Himmel. Während aus der Region Lindau am Samstag eine leichte Entspannung gemeldet wurde, richteten sich die Behörden an der Donau abwärts auf steigende Pegelstände ein. Etwa wurde für die Donaupegel bei Kelheim mit einem Überschreiten der Meldestufe vier als höchste Stufe gerechnet.

Bis Sonntag ist für weite Teile Bayerns Dauerregen angekündigt, die höchsten Pegelstände könnten je nach Gebiet sogar erst in der Nacht zum Montag erreicht werden. Der DWD warnte vor weiteren Unwettern mit großen Regenmengen, im Südwesten Bayerns gebietsweise 100 bis 150 Litern pro Quadratmeter, im südlichen Schwaben könnten es teils auch noch höhere Mengen sein. Durch massive Überflutungen und hohe Pegelstände, unpassierbare oder von Wassermassen eingeschlossene Gebiete sowie mögliche Erdrutsche bestehe "große Gefahr für Leib und Leben".

In Südbayern rechnet der DWD auch für Montag tagsüber zum Teil noch mit andauerndem Niederschlag. 

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