Nach Tod von Bakken: Botn startet nicht in Ruhpolding
Johan-Olav Botn startet überragend in die Saison. Dann passiert das Schreckliche: Er findet seinen Freund und Teamkollegen tot auf. Dazu kommt eine Erkrankung. Sein Comeback in Bayern fällt nun aus.
Ruhpolding (dpa) - Der norwegische Biathlet Johan-Olav Botn wird nicht beim Weltcup in Ruhpolding starten. Der 26-Jährige hatte wegen gesundheitlicher Probleme bereits die Rennen in der Vorwoche in Oberhof verpasst und dabei seine Weltcupgesamtführung verloren.
«Es war bis zuletzt eine 50/50-Entscheidung, ob ich fahren würde oder nicht. Aber mein Hauptziel waren von Anfang an die Olympischen Spiele. Ich versuche, mich bestmöglich darauf vorzubereiten», sagte Botn dem norwegischen Sender NRK. Für das norwegische Olympia-Team ist der dreifache Saisonsieger bereits nominiert.
Botn war am Dienstag wie das gesamte norwegische Männerteam zur Beerdigung von Sivert Guttorm Bakken in Lillehammer. Botn hatte seinen Freund und Teamkollegen am 23. Dezember im italienischen Lavazé tot in dessen Hotelzimmer gefunden. Die Todesumstände Bakkens, der bei seinem Auffinden eine Höhenmaske trug, sind weiter unklar. Die Ergebnisse der Autopsie sollen bis spätestens 7. März vorliegen.
Olympia-Vorbereitung trotz Bakken-Tod in Lavazé
Botn wird nach Angaben von Teammanager Per Arne Botnan nun den letzten Weltcup vor Olympia kommende Woche in Nove Mesto bestreiten, um noch Rennen vor den Winterspielen zu haben. Das trifft wohl auch auf Weltcupgesamtsieger Sturla Holm Laegreid zu, der in Oberhof ebenfalls erkrankt gefehlt hatte. Er startet aber in Ruhpolding.
Am Montag fährt dann das gesamte norwegische Team ins Lavazé, um sich dort bis 5. Februar im Höhentrainingslager auf die Antholz-Wettbewerbe vorzubereiten. Nach der Tragödie um Bakken hatte es kurzzeitige Überlegungen gegeben, aus psychologischer Sicht nicht nach Lavazé zu fahren.