Jung reitet bei WM im Gelände auf Gold-Rang
Michael Jung setzt sich mit einer starken Gelände-Leistung an die Spitze der Einzelwertung. Die deutsche Mannschaft bleibt im Rennen um die WM-Medaillen.
Aachen (dpa) - Für das deutsche Vielseitigkeits-Team ist nach einem furiosen Ritt von Michael Jung die Mannschafts-Medaille zum Greifen nah. Vor dem abschließenden Springen liegt das Gastgeber-Quartett bei den Reit-Weltmeisterschaften in Aachen weiter auf Platz zwei - und Jung selbst stürmte in der Einzelwertung auf Platz eins.
Im Gelände verteidigte die britische Mannschaft ihre Führung vor Deutschland. Die Entscheidung über die Medaillen fällt im Springen am Sonntagnachmittag.
«Ein unglaubliches Pferd»
Jung zeigte eine starke Leistung mit Chipmunk und reckte die Faust in den Himmel, als er ins Ziel kam. Der dreimalige Einzel-Olympiasieger schwärmte von seinem Pferd: «Er war so kraftvoll. Er kämpft, er galoppiert - ein unglaubliches Pferd!» Mit seinem Erfolgspferd schien Jung über die 24 Hindernisse zu fliegen.
In der Einzelwertung fiel die nach der Dressur führende Julia Krajewski auf Platz 20 zurück. Die Olympiasiegerin von Tokio wählte auf der 5,6 Kilometer langen Strecke einmal einen sichereren, aber längeren Weg und überschritt mit Nickel die erlaubte Zeit von 9:50 Minuten deutlich. «Da bin ich ein bisschen enttäuscht», sagte Krajewski über die Zeitfehler.
Nicht das letzte Risiko gegangen
Über der erlaubten Zeit blieb auch Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch. «Ich bin nicht das letzte Risiko gegangen, sondern sicher für das Team geritten», kommentierte die WM-Debütantin. Hansen-Hotopp war glücklich, weil der Plan aufging, obwohl ihr Pferd einmal weggerutscht war. Begeistert war sie von der Atmosphäre: «Es war wahnsinnig laut, echt geil!»
Ähnlich sah es auch Libussa Lübbeke, die mit Caramia das Streichergebnis lieferte, weil nur die besten drei Ergebnisse jedes Quartetts zählen. «Es hat riesig viel Spaß gemacht mit den Leuten, die einen anfeuern», sagte die Reiterin zu ihrer WM-Premiere im Gelände.
Bei dem rund sechsstündigen Wettkampf gab es mehrere Stürze. Nach ersten Erkenntnissen blieben alle Reiter und Pferde unverletzt. Der Geländeritt ist der Kern der Vielseitigkeit, die aus drei Teilprüfungen besteht. Er birgt aber das Risiko von Stürzen.