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Das kann man über die neue Staffel «Die Verräter» verraten

Mehr als ein Dutzend Promis stürzen sich in das Psycho-Spiel «Die Verräter». RTL setzt auf eine besondere Programmierung und eine überraschend gewiefte Marijke Amado. Achtung, Spoiler-Gefahr!

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Kino-Premiere 4. Staffel der RTL-Show "Die Verräter" Oliver Berg/dpa

Köln (dpa) - Als hätte die Welt nicht schon genug Probleme, gewinnt im Fernsehen auch noch ständig das Böse. Zu diesem bitteren Urteil kann man zumindest kommen, wenn man ausgiebig «Die Verräter» auf RTL schaut. Drei Staffeln lang triumphierten in der Show die namensgebenden «Verräter», sinistre Taktierer, die ihre Kontrahenten nach und nach aus dem Spiel räumen. Nun probieren sich Promis wie Hardy Krüger, Gabriel Kelly und Cathy Hummels daran, dem Guten endlich zum Sieg zu verhelfen - die vierte Staffel startet.

Was ist neu? Nun, unter anderem der Sende-Rhythmus. Vom 17. August an spendiert RTL dem Reality-Krimi eine sogenannte Event-Programmierung, also viel Sendezeit innerhalb weniger Tage. Die neuen Folgen laufen dann von Montag bis Donnerstag täglich zur Primetime 20.15 Uhr. Im Streaming auf RTL+ ist der Staffelstart bereits abrufbar.

Am eigentlichen Spiel rüttelt RTL dagegen nicht: Diesmal versammeln sich 18 Promis in einem prächtigen Schloss, um einen Nervenkrieg auszufechten. Zunächst bestimmt Moderatorin Sonja Zietlow heimlich mehrere «Verräter» - aber nur die Zuschauer und die Verräter selbst wissen, wer auf der dunklen Seite steht. Die anderen Schlossbewohner - die sogenannten Loyalen - müssen versuchen, die Abtrünnigen zu enttarnen. 

Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst

Das klingt simpel, kann aber wirklich zu gemeinen Hirnknoten führen. Ständig muss man antizipieren, ob das Gegenüber gerade denkt, dass man selbst ein Verräter ist. Oder ob es denkt, dass man denkt, dass es ein Verräter ist. Psychologisch ist das alles andere als ein Erholungsurlaub.

«Ich habe zuerst geschmunzelt, als man gesagt hat, man hat psychologischen Beistand. Da habe ich gesagt: Was braucht's denn das?», sagt etwa Ex-Fußballschiedsrichter Urs Meier, der zur neuen Promi-Riege gehört, der Deutschen Presse-Agentur. «Im Nachhinein muss ich sagen, ja, das war sogar sehr wichtig.» 

Mit diesem Eindruck ist Meier nicht allein. «Es ist eine dauernde Konzentration», sagt Marijke Amado, die sich ebenfalls auf das schon abgedrehte Intrigenspiel eingelassen hat. «Es war ein guter Test für mein Gehirn von 72!»

Ein neues Talent - mit 72 Jahren

Amado ermöglichte einst Kindern in der «Mini Playback Show» (1990-1998), ungeahnte Talente zu präsentieren. In «Die Verräter» gehört sie viele Jahre später selbst zu den größeren Entdeckungen. Wer nicht gespoilert werden will, sollte nun allerdings nicht weiterlesen.

Denn - Achtung! - RTL macht ausgerechnet die gutmütig wirkende Niederländerin zu einer Verräterin - zusammen mit Fußballer Max Kruse und Moderator Ralph Morgenstern. Der Zirkel entscheidet, welche Kandidaten rausfliegen. Dafür gibt es reichlich Auswahl - etwa auch die Jürgen-Drews-Tochter Joelina Drews, Influencerin Ann-Kathrin Bendixen und Kunstturner Marcel Nguyen. Einrichtungsexpertin Tine Wittler, ebenfalls mit von der Partie, verliert zeitweise den Überblick. «Ich hab’ null Peile», sagt sie. «Wer sind diese Leute?»

Amado spielt ihre Rolle jedenfalls mit verblüffender Leichtigkeit. Während der äußerst selbstbewusste Kruse («Ich kenne meine Qualitäten und meine Qualitäten sind das Schachspielen») allen zeigen will, wie gut er das Spiel beherrscht, macht die 72-Jährige etwas viel Gefährlicheres: Sie fällt überhaupt nicht auf. Schlau mimt sie eine Art gemütliche Tante, die belustigt und mit großen Augen das Treiben verfolgt, um dann aber schnell auch wieder zur eiskalten Analytikerin zu werden. Als die Verräter darüber diskutieren, ob Urs Meier um die Ecke zu bringen sei, lehnt sie das zum Beispiel im überzeugenden Ton einer Geheimdienstchefin ab: «Den hab' ich im Griff.»

Wer schnappt sich die Super-Waffe?

Selbst Sonja Zietlow gerät ins Schwärmen. «Ich glaube, dass viele sicherlich Marijke Amado unterschätzen und unterschätzt haben», sagt sie der dpa. «Die liefert richtig ab. Und das ist bestimmt nicht einfach.» Auch verrät sie, dass es im Verräter-Trio noch richtig Zoff geben werde. «Nicht nur gespielt. Sondern die werden richtig gegeneinander agieren.» 

Nach Angaben von Zietlow gibt es in der neuen Staffel auch eine neue «Waffe», mit der ein Spieler die wahre Identität eines anderen erfragen kann. «Außerdem gibt es einen Mord von Angesicht zu Angesicht.»

Kurzum: Ein paar neue Gemeinheiten sollen das Misstrauen im Schloss noch weiter anheizen. Ob das Gute diesmal endlich gewinnt, bleibt vorerst offen. Erst einmal muss es an Marijke Amado vorbei.

© dpa-infocom, dpa:260804-930-480574/1