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Jake Reiner spricht erstmals im TV über Verlust der Eltern

Regisseur Rob Reiner und seine Ehefrau Michelle kamen im Dezember gewaltsam ums Leben. Ihr Sohn Jake äußert sich nun erstmals in einem TV-Interview. Sein Bruder Nick sitzt derweil in Haft.

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Rob und Michele Reiner mit ihren Kindern Evan Agostini/Invision/AP/dpa

Los Angeles (dpa) - Der Sohn von Rob Reiner und seiner Ehefrau Michele, Jake Reiner, hat das erste Mal seit deren gewaltsamem Tod ein Fernseh-Interview gegeben. «Es ist acht Monate her. Gleichzeitig fühlt es sich an wie acht Jahre. Und es fühlt sich an wie acht Minuten», sagte der 34-Jährige im Gespräch mit dem Sender «ABC7».

Mitte Dezember vergangenen Jahres waren seine Eltern tot in ihrer Villa im Stadtteil Brentwood in Los Angeles entdeckt worden. Sechs Stunden später wurde Jakes Bruder Nick Reiner nachts auf der Straße nahe einer Tankstelle festgenommen - er steht unter Mordverdacht.

Jake Reiner berichtete von Anruf seiner Schwester

«Meine Eltern hatten bedingungslose Liebe für uns drei», so Jake Reiner im Interview. Nick und er haben noch eine Schwester namens Romy. Sie war es, die Jake die Nachricht vom Tod ihres Vaters überbrachte. «Romy rief mich an und ich bin nicht drangegangen», erzählte er. «Dann rief sie mich sofort wieder an und ich wusste in dem Moment, dass etwas nicht stimmte.»

Er berichtete weiter von dem Telefonat: «Romy sagte mir, dass unser Vater tot sei, und dann sagte sie: "Ich kann Mom nicht finden." Ich war sofort im Schockzustand.»

Die Frage, ob es für ihn überraschend gewesen sei, dass sein Bruder festgenommen wurde, wollte Jake Reiner nicht beantworten. «Ich habe meine Eltern physisch verloren und dann wurde Nick festgenommen. Jetzt sind es nur noch Romy und ich», sagte er. Seitdem habe er nicht mit seinem Bruder gesprochen.

Nick Reiner plädierte auf «nicht schuldig»

Den gewaltsamen Tod seiner Eltern werde er niemals verstehen. «Es ist mir egal, wie es mir erklärt wird oder welche Fakten rauskommen. Ich werde niemals verstehen, warum das passiert ist.» Er spüre Wut darüber, «wie unfair es war und dass ich kein Mitspracherecht hatte in dem, was passiert ist». Er müsse nun die Realität akzeptieren. «Für mich ist das einer der Aspekte, der mich am wütendsten macht.»

Nick Reiner hatte im Februar auf «nicht schuldig» plädiert. Der nächste Gerichtstermin in dem Verfahren ist für Mitte September anberaumt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haft, möglicherweise sogar die Todesstrafe.

Rob Reiner (78) war als Regisseur von Filmhits wie «Harry und Sally», «Misery» und «Eine Frage der Ehre» bekannt. Seine Frau Michele (70) arbeitete als Fotografin und Filmproduzentin. Das seit 1989 verheiratete Paar hatte die drei gemeinsamen Kinder Jake, Nick und Romy, zudem adoptierte der Regisseur die Tochter seiner ersten Ehefrau Penny Marshall.

© dpa-infocom, dpa:260828-930-594693/1