«Nightborn»: Wenn das erste Baby zum Horrortrip wird
Wie viel Horror steckt im Elternwerden? In «Nightborn» laufen die ersten Wochen mit Baby für ein Paar um Harry-Potter-Star Rupert Grint ganz anders als erwartet – mit viel Blut und echten Problemen.
Berlin (dpa) - Sein erstes Kind zu bekommen, ist für die frischgebackenen, noch unerfahrenen Eltern oft eine große Herausforderung. Doch es ist sicher nicht ganz so schlimm wie im Horrorfilm «Nightborn», der ab Donnerstag in den Kinos zu sehen ist: mit einem Baby, das statt Muttermilch und Babynahrung auf Blut steht und eine merkwürdige Verbindung zur Natur hat, die seiner Mutter die Nerven raubt. Klingt durchgeknallt? Ist es auch.
In dem Film, der im Februar auf der Berlinale seine Premiere feierte, ist Rupert Grint – bekannt als Ron Weasley aus den «Harry Potter»-Filmen – als Jon zu sehen, der mit seiner finnischen Frau Saga (Seidi Haarla) in ihrer Heimat aufs Land zieht. Die beiden wollen dort eine Familie gründen, und zeugen ihr gewünschtes Kind kurzerhand im Wald. Ihr Sohn kommt gesund zur Welt – doch Saga merkt schnell, dass mit ihrem Neugeborenen irgendetwas nicht stimmt. Schließlich wachsen dem Säugling schon außergewöhnlich viele Haare, und das nicht nur am Kopf, sondern auch am Rücken.
Jon, tagsüber für die Arbeit unterwegs, findet jedoch, dass seine Frau überreagiert. Und während ihr Sohn immer unheimlicher wird und nicht nur Milch, sondern auch immer mehr Blut aus seiner Mutter saugt, verliert Saga selbst zunehmend den Verstand – schließlich muss sie das Kind ständig Freunden und Verwandten präsentieren, obwohl sie es selbst fast wie ein Monster sieht. Auch die Beziehung mit ihrem Mann leidet stark darunter, und dann sind da noch unheimliche Geräusche aus dem Wald und ein Baum, der plötzlich in das Haus hineinwächst.
Story zwischen echten Problemen und Slapstick-Humor
«Nightborn» ist ein überdrehter Fantasy-Horrorfilm, aber mit ernsten Leitthemen: nämlich die Belastungen des Elternwerdens und die schwierige Zeit, die Mütter nach der Geburt durchmachen müssen. Zu ernst nimmt sich der Film trotzdem nicht, denn gerade durch den von Grint verkörperten Vater kommt auch etwas Humor in die sonst immer dunkler werdende Geschichte – etwa, als er vergeblich versucht, seinen blutdurstigen Sohn mit Babynahrung zu füttern.
Wirklich gruselig wird der Film nur bedingt. Zum Beispiel durch das Baby, dessen Gesicht man lange nicht zu sehen bekommt, Szenen mit viel Blut oder den Schlussakt, der besonders brutal wird – große Schreimomente bleiben jedoch aus. Gerade für Horrorfans dürfte sich «Nightborn» trotzdem lohnen: Einen kurzweiligen, humorvollen und auch durchdachten Film bekommt man schließlich trotzdem geboten.