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«Woodwalkers 2» setzt auf Abenteuer, Natur und Gemeinschaft

Die Buchreihe begeisterte Millionen, der erste Film lockte viele ins Kino. «Woodwalkers 2» setzt die Geschichte um Puma-Gestaltwandler Carag nun fort – mit deutlich erweitertem Ensemble.

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Kinostart - «Woodwalkers 2» Marc Reimann/Studiocanal GmbH/dpa

Berlin (dpa) - Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Seit Jahren zählen die «Woodwalkers»-Romane von Bestseller-Autorin Katja Brandis zu den beliebtesten Fantasy-Reihen für Kinder und Jugendliche in Deutschland. 

Mehr als 3,6 Millionen verkaufte Bücher, Übersetzungen in 27 Sprachen und mehrere Spin-offs zeugen von einer treuen Fangemeinde. «Woodwalkers 2», der am 29. Januar in die Kinos kommt, richtet sich nun genau an dieses Publikum – und liefert vor allem das, was Fans erwarten.

Junger Puma-Wandler Carag kämpft gegen früheren Mentor

Im Mittelpunkt steht erneut der junge Puma-Wandler Carag (Emile Chérif), der gemeinsam mit seinen Freunden ein neues Schuljahr an der Clearwater High beginnt. Doch die Idylle trügt: Das Naturschutzgebiet rund um das Internat ist bedroht, ausgerechnet durch Carags früheren Mentor Andrew Milling (Oliver Masucci).

Milling will den Wald verkaufen – und damit das Revier der Gestaltwandler zerstören. Als sich herausstellt, dass Milling einen Spion an der Schule hat, wächst das Misstrauen auch innerhalb der Gruppe. Neue Hoffnung bringt die Schneewölfin Tikaani (Olivia Sinclair), deren Motive jedoch lange unklar bleiben.

Film ist etwas düsterer und konfliktreicher als sein Vorgänger

Regisseur Sven Unterwaldt, der bereits mit den «Die Schule der magischen Tiere»-Filmen bewiesen hat, dass er große Ensembles und junge Zielgruppen bedienen kann, bleibt auch hier seinem Stil treu. «Woodwalkers 2» erzählt geradlinig, setzt auf Tempo und klare Konflikte.

Die phantastischen Elemente sind verständlich eingeführt, ohne das jüngere Publikum zu überfordern. Gleichzeitig wirkt der Film insgesamt etwas düsterer und konfliktreicher als sein Vorgänger – ein Schritt, der die wachsende Zielgruppe offenbar mitnehmen soll.

Filmwolf-Trainer: «Du kriegst den Wolf quasi nie domestiziert»

Gedreht wurde der Film unter anderem im niedersächsischen Amt Neuhaus. Dort arbeiten Tiertrainerin Katja Elsässer und Filmwolf-Trainer Miguel de la Torre mit einigen der Tiere, die im Film als «Schauspieler» aktiv waren – unter anderem den Wölfen. Tierexperte de la Torre sagt dazu: «Grundsätzlich ist ein Wolf genetisch nicht dazu in der Lage. Du kriegst den Wolf quasi nie domestiziert, ähnlich wie Katzen.»

Nur «einer von Hundert» sei für die Arbeit mit Menschen und Kameras als Filmwolf geeignet – wenn überhaupt. Entscheidend seien der Charakter, eine geringe Aggressivität, Offenheit und eine enge Sozialisierung an den Menschen von klein auf.

Innerlich zerrissen zwischen tierischer und menschlicher Familie

Stärken zeigt der Film vor allem im Zusammenspiel der jugendlichen Hauptdarsteller. Chérif überzeugt erneut als innerlich zerrissener Carag. Dessen Herz schlägt sowohl für seine tierische als auch für seine menschliche Familie – was besonders seinem Puma-Vater nicht gefällt.

Figuren wie Holly (Lilli Falk), Brandon (Johan von Ehrlich) und Lou (Sophie Lelenta) bekommen mehr Raum als im ersten Teil. Der erweiterte erwachsene Cast mit Martina Gedeck, Hannah Herzsprung, Moritz Bleibtreu und Tom Schilling sorgt für zusätzliche Präsenz mit humoristischen Elementen, bleibt aber klar in einer unterstützenden Rolle.

Freundschaft, Loyalität, Selbstfindung – und Schutz der Natur

Inhaltlich knüpft «Woodwalkers 2» an Themen an, die den Erfolg der Buchreihe begründet haben: Freundschaft, Loyalität, Selbstfindung – und der Schutz der Natur. Der Konflikt um das bedrohte Waldgebiet ist eindeutig gezeichnet: einerseits die jugendlichen Gestaltwandler, andererseits die gierigen und machthungrigen Erwachsenen.

Subtilität steht dabei nicht im Vordergrund – außer bei der bis zum Schluss unklaren Rolle Millings. Auf welcher Seite er steht und was er vorhat, werden die Zuschauer wohl erst im dritten Teil erfahren. Laut Autorin Katja Brandis ist das Drehbuch dafür nahezu fertig. Das Finale der Trilogie soll dann Ende September 2027 in die Kinos kommen.

«Woodwalkers 2» bietet solides Familienkino

Wer komplexe Fantasy-Welten oder überraschende Wendungen erwartet, wird hier kaum fündig. «Woodwalkers 2» bleibt konventionell erzählt und verzichtet auf erzählerische Risiken. Seine Stärke liegt vielmehr darin, ein bekanntes Universum verlässlich fortzuführen und emotional zugänglich zu halten.

Für Fans der Bücher und des ersten Films dürfte sich der Kinobesuch dennoch lohnen. «Woodwalkers 2» bietet solides Familienkino, das seine Zielgruppe ernst nimmt und ihr genau das gibt, wofür sie die Reihe liebt – Abenteuer, Gemeinschaft und die Hoffnung, dass man gemeinsam etwas bewirken kann.

© dpa-infocom, dpa:260129-930-612035/1