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Kabinett: Das sind die Neuen

Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn baut der Kanzler das Kabinett um. Wer wird was?

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Nina Warken Elisa Schu/dpa

Berlin (dpa) - Gut 14 Monate nach der Regierungsübernahme stellt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sein Kabinett neu auf - ausgelöst durch den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn. Betroffen sind CDU-Positionen der Ministerriege, was wiederum Folgen für die CDU-Parteizentrale hat. Die Personalien im Konrad-Adenauer-Haus hat Merz noch nicht offiziell benannt - und er plant nach eigenen Worten auch noch weitere Umstellungen in der Regierung. Was über die neue Teamaufstellung bekannt ist:

Thorsten Frei

Der bisherige Kanzleramtsminister wechselt für Spahn an die Spitze der Unionsfraktion - der Ausgangspunkt der Personalrochade. Der 52-jährige Frei ist Vater von drei Kindern und kommt aus Säckingen im Schwarzwald. Der CDU-Politiker studierte Jura, war Rechtsanwalt und Regierungsrat, bevor er 2004 Oberbürgermeister der Kreisstadt Donaueschingen wurde. Seit 2013 ist er im Bundestag, 2021 wurde er Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef Merz. 

In seiner Position im Kanzleramt zog Frei immer wieder Kritik auf sich, weil die Regierungsarbeit nicht rund lief. Bundeskanzler Merz dankte ihm aber bei der Vorstellung des neuen Teams im Garten des Kanzleramts noch einmal ausdrücklich. «Thorsten Frei hat ganz maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg der Regierungsarbeit», sagte Merz. In der Unionsfraktion ist Frei noch gut vernetzt und muss sich nicht groß einarbeiten. Das gilt als Vorteil.

Nina Warken

Wie Frei kam Nina Warken 2013 in den Bundestag, auch sie ist Juristin und arbeitete als Rechtsanwältin, auch sie stammt aus Baden-Württemberg. Die 47-jährige Katholikin stellt sich auf ihrer Webseite so vor: «Ich bin Mutter von drei Söhnen, verheiratet, Rechtsanwältin, Hobby-Tennisspielerin und mein ganzes Leben lang stolze Tauberbischofsheimerin.»

Erst seit 2025 war Warken Gesundheitsministerin und hat gerade das milliardenschwere Sparpaket für die Krankenkassen durchgesetzt. Nun übernimmt sie Freis Posten als Ministerin für besondere Aufgaben. «Mit ihr wird in das deutsche Bundeskanzleramt zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes eine Frau einziehen als Chefin des Bundeskanzleramts», sagte Merz. Er lobte Warken als Politikerin, die «vielfältige Themen, in ihrer ganzen Komplexität beherrscht» und als harte Verhandlerin.

In der Union hat Warken einen steilen Aufstieg geschafft. 2021 wurde sie Parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion, seit 2025 ist sie Vorsitzende der Frauen Union. Bei der Übernahme des wichtigen Postens im Kanzleramts soll sie aus familiären Gründen gezögert haben. Sie selbst sagte bei der Vorstellung der Personalien, sie werde die neue Aufgabe «mit voller Kraft, aber auch mit der nötigen Demut angehen».

Carsten Linnemann

Mit dem Motto «Einfach mal machen» hatte Carsten Linnemann bisher als CDU-Generalsekretär die Rolle des Parteimanagers. Jetzt wechselt der 48-Jährige aus Paderborn an die Stelle von Warken ins Gesundheitsministerium - «einem zentralen Ressort der Reformbemühungen meiner Regierung», wie Merz sagte. Das Ministerium stehe auch für den am stärksten wachsenden Sektor der deutschen Volkswirtschaft. Es brauche einen Minister, der «standfest und reformwillig zugleich ist».

Linnemann hat Betriebswirtschaftslehre studiert, er war zwischenzeitlich Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. Er gilt als Wirtschaftsliberaler mit knackigen Thesen zum Sozialstaat. An die Adresse der gesetzlichen Krankenversicherung, für die er künftig zuständig ist, sagte Linnemann einmal: «Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.» 

Der CDU-Politiker sitzt seit 17 Jahren im Bundestag. Über sein Privatleben sagt er: «In Schwaney und Paderborn bin ich auch heute noch zu Hause. Hier leben meine Familie und viele meiner Freunde. Hier bekomme ich beim Skat in meiner Stammkneipe den Kopf frei und kann beim Joggen auftanken.»

Phillip Amthor

Philipp Amthor wechselt von seinem Posten als Parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium auf die Position des Staatsministers und Bund-Länder-Koordinators ins Kanzleramt. Mit seinen 33 Jahren gilt der Jurist aus Mecklenburg-Vorpommern als politisches Großtalent der CDU. Er sei mit den Chefs der Staatskanzleien aller 16 Bundesländer gut vernetzt, lobte Merz bei der Vorstellung. «Er ist ein guter Politiker und Parlamentarier, er ist aber auch ein hervorragender Jurist.»

Amthor wuchs in Ueckermünde bei seiner alleinerziehenden Mutter auf und hat in Greifswald studiert. In der Union wird er zum konservativen Flügel gezählt und tritt stets makellos gekleidet auf. Zugleich beherrscht Amthor moderne Kommunikation über die sozialen Netzwerke. Mit nur 24 Jahren kam er 2017 in den Bundestag. 

Einen Karriereknick hat er aber auch schon hinter sich. 2020 brachte ihm seine Nebentätigkeit und Lobbyarbeit für ein New Yorker Start-up in die Kritik. Seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz in Mecklenburg-Vorpommern zog er damals zurück. Der Bundestag stellte nach einer Prüfung fest, dass es keine Hinweise auf Rechtsverstöße gegeben habe. Jetzt sagte er über seinen neuen Posten: «Das ist eine große Aufgabe, eine Aufgabe, die aber auch eine weitere Gelingensbedingung ist für den Erfolg unseres Reformkurses.»

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