19.02.2019 | Familie & Kinder Neue Studie warnt: Davor haben eure Kinder am meisten Angst

Auf den ersten Blick geht es den meisten Kindern in Deutschland gut. Doch eine Bertelsmann-Studie zeigt: Viele werden von Sorgen geplagt. Rund 3.500 Kinder und Jugendliche haben in der Befragung in ihre Gefühlswelt blicken lassen.

Angst an Schulen weit verbreitet

Angst vor Mobbing, Gewalt, Ausgrenzung: Jedes dritte Kind an einer Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschule fühlt sich dort nicht sicher. Das geht aus einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann Stiftung und einer Expertin der Frankfurter Universität von rund 3.450 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren hervor.

Armut bereitet den meisten Kindern Sorge

Danach fühlen sich die meisten Befragten Zuhause und in der Schule zwar gut aufgehoben und versorgt, viele werden aber trotzdem von Sorgen geplant. So hat jedes zweite Kind Angst vor Armut. Gut die Hälfte der Befragten mache sich „gelegentlich, häufig oder immer“ Sorgen um die finanzielle Situation der Familie, heißt es in der Studie.

Zeit mit Familie und Freunden

Immerhin fünf Prozent der Achtjährigen gaben in der repräsentativen Erhebung im Schuljahr 2017/18 an, dass sich niemand in der Familie wirklich um sie kümmere. Unter den Vierzehnjährige meinte das sogar fast jeder zehnte. Je älter die Schüler sind, desto weniger haben sie zudem den Eindruck, dass sich Lehrer um sie kümmern oder ihnen bei Problemen helfen.

Fast allen Kindern geht es materiell gut

Materiell geht es den meisten Kindern auf den ersten Blick gut. Für mehr als 96 Prozent der Befragten gilt einem Bericht der Funke-Zeitungen zufolge: Es gibt genug zu essen, es gibt Platz zum Spielen, in den Wohnungen mindestens ein Badezimmer und mindestens einen Computer in der Familie. Einen ungestörten Arbeitsplatz haben neun von zehn Kindern, ein eigenes Schlafzimmer acht von zehn.

Studie fordert: Kinder mehr einbeziehen

Viele Kinder wüssten nicht ausreichend über ihre Rechte Bescheid, hieß es weiter in der Untersuchung. Aus Sicht der Jugend gehörten zu einem guten Aufwachsen Sicherheit, Zeit mit Eltern und Freunden, Zuwendung, auch Möglichkeiten der Beteiligung. Die Politik solle ihr Ohr näher an den Heranwachsenden haben, sie regelmäßig befragen und „konsequent beteiligen“, fordert die Stiftung. Dieses Wissen sei für eine bedarfsgerechte Sozial-, Familien- und Bildungspolitik sowie zur effektiven Bekämpfung von Kinderarmut unverzichtbar.

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