09.04.2019 | Familie & Kinder „Sauklauen“-Studie: Was Handschrift über euch verrät und wie ihr sie verbessert

Oft unleserlich und zu langsam: Lehrer bundesweit bemängeln die Schreibkompetenzen ihrer Schüler. Laut einer neuen Studie hat mehr als jedes dritte Grundschulkind Probleme, eine gut lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln. Was eure Schrift über euch aussagt und wie ihr sie verbessern könnt, verraten wir hier.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Oft unleserlich und zu langsam: Lehrer bundesweit bemängeln die Schreibkompetenzen ihrer Schüler. Laut einer am Dienstag (09.04.) in Berlin vorgestellten Studie hat mehr als jedes dritte Grundschulkind (37 Prozent) Probleme, eine gut lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln. Lehrer an weiterführenden Schulen sehen sogar bei 43 Prozent der Schüler Mängel.

Dabei merken Graphologen an, dass die Handschrift viel über den Charakter einer Person verrät und wie sie sich im Alltag gegenüber anderen Menschen verhält. Mehr dazu in unserer Galerie.

Was deine Handschrift über dich verrät:

  • <p>Anhand der&nbsp;<strong>eurer Handschrift&nbsp;</strong>können&nbsp;Graphologen Rückschlüsse auf euren Charakter&nbsp;ziehen. Die <strong>Buchstabengröße </strong>verrät z.B.&nbsp;wie ihr&nbsp;mit anderen Menschen umgeht.</p>

    Anhand der eurer Handschrift können Graphologen Rückschlüsse auf euren Charakter ziehen. Die Buchstabengröße verrät z.B. wie ihr mit anderen Menschen umgeht.

Bayerische Schüler haben ebenfalls Nachholbedarf

Die Handschrift der bayerischen Schüler hat sich nach Einschätzung ihrer Lehrer in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Knapp 90 Prozent der Lehrkräfte bejahten in einer Umfrage, dass Grundschüler schlechtere Voraussetzungen für die Entwicklung einer flüssigen Handschrift mitbringen beziehungsweise dass ältere Schüler nicht mehr so schnell und leserlich schreiben können wie noch vor wenigen Jahren.

Zugleich sind die Lehrer nahezu geschlossen davon überzeugt, dass sich eine geübte Handschrift auf andere Kompetenzen wie die Rechtschreibung, aber auch auf die schulische Leistung insgesamt positiv auswirkt. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) vorstellte.

Lehrer bemängeln fehlende Zeit zum Üben

„Wie sollen wir den Kindern das Schreibenlernen beibringen, wenn den Lehrkräften schlicht die Zeit fehlt, sie individuell zu unterstützen?“, kritisierte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. „Wenn Kinder dann noch motorische Defizite aufweisen, weil sie auch zu Hause nicht die notwendige Unterstützung bekommen können, geraten wir an die Grenze des Machbaren.“

Der VBE hat die repräsentative Umfrage gemeinsam mit dem Schreibmotorik Institut von September 2018 bis Januar 2019 durchgeführt. An der „Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben“ (STEP) beteiligten sich bundesweit über 2.000 Lehrer. Der VBE ist mit rund 164.000 Mitgliedern Deutschlands zweitgrößte Pädagogen-Gewerkschaft.

5 Tipps für eine schönere Schrift

Gerade weil die Handschrift wie eine persönliche Visitenkarte ist, sollte sie leserlich und optisch ansprechend sein. Erste Schritte von der Sauklaue zur Schönschrift gelingen mit diesen fünf Tipps:

  • langsam schreiben
    Zu wenig Zeit ist am häufigsten der Killer für eine saubere Schrift. Nehmt euch deshalb die Zeit, die ihr braucht, um einen schönen Text zu schreiben. Egal ob im Job oder in der Schule. Keine Panik: Das Tempo nimmt durch wiederholtes Üben ganz automatisch zu.
  • richtige Haltung 
    Zwei Dinge müssen beim Schreiben richtig gehalten werden: den Stift und den Körper. Das bedeutet: Setzt euch aufrecht und locker hin. Gebt eurem Arm genug Bewegungsfreiheit, so bleibt euer Handgelenk entlastet und unverkrampft. Den Stift solltet ihr ebenfalls locker in den Fingern halten, nicht zu fest zupacken.
  • Musterbeispiele als Vorbild
    Der Weg zu einer schöneren Schrift führt auch über Inspiration. Sucht euch daher eine Schrift aus, die euch gut gefällt. Vorlagen können aus dem Internet oder von Freunden stammen. Orientiert euch daran, passt euer Schriftbild entsprechend an. So wird alles Stück für Stück leserlicher. Nur zu verspielt sollte es nicht sein.
  • richtiger Stift und gute Unterlage
    Wie der Handwerker gutes Werkzeug braucht, benötigt ein Schreiber einen Stift, mit dem er sich wohlfühlt. Ideal ist natürlich ein Füller. Aber auch ein Kugelschreiber, die gut in der Hand liegt, bringt schöne Ergebnisse. Darüber hinaus darf die Unterlage, auf der ihr schreibt, nicht zu hart sein. Unter die letzten Blätter also am besten einen neuen weichen Block legen.
  • regelmäßig üben
    Klingt banal, hilft aber: Legt das Smartphone so oft wie möglich weg und nutzt die Gelegenheit, etwas per Hand zu schreiben. Termine im Kalender, eine Telefonnotiz, Einkaufslisten, usw. Es gibt mehr als genug Gelegenheiten zu üben.

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