07.05.2019 | Familie & Kinder Zu schweres Mathe-Abi in Bayern? So geht es jetzt weiter

Die Wut über die vermeintlich schweren Prüfungsaufgaben im diesjährigen Mathe-Abi sitzt bei den bayerischen Schülern noch immer tief. Eine gestartete Petition zeigt jetzt ersten Erfolg. Der bayerische Kultusminister kündigt eine Überprüfung an. Die Entscheidung soll noch diese Woche fallen.

Foto: Federico Gambarini/dpa Immer wieder sind Schüler aufgebracht wegen angeblich zu schwerer Prüfungen - heuer stark kritisiert das Mathe-Abi. Im Jahr 2013 gingen Abiturienten aus Protest sogar auf die Straße.

Am Freitag (03.05.) schrieben rund 37.000 Schüler in Bayern ihre Abschlussprüfung in Mathematik: dem Angstfach schlechthin. Und was sie während der Prüfungsstunden erleben mussten, beschreiben die meisten schlichtweg als „Katastrophe“. Die Einschätzung der Prüflinge lautet überwiegend: „Dieses Mathe-Abi war viel zu schwer - besonders die Aufgaben im Bereich Geometrie und Stochastik.

Zu schwer? Schau dir hier das Mathe-Abi an!

Klick aufs Bild! Diese Aufgaben im Mathe-Abi brachten die Schüler zur Verweiflung
Petition hat schon über 60.000 Unterschriften

Die Prüflinge fordern nun eine Anpassung des Notenschlüssels und haben deshalb eine Petition auf der Seite change.org gestartet. Diese erzielte bereits mehr als 63.000 Unterschriften (Stand: Dienstag, 7.5., 9 Uhr). Auch aktuell kommen fast minütlich neue Unterschriften hinzu. 

Kultusminister kündigt Entscheidung bis Ende dieser Woche an

Auch zahlreiche Eltern haben sich bis dato an der Petition beteiligt und diese unterschrieben. Die Lehrergewerkschaft GEW hat das Kultusministerium um eine Überprüfung der Aufgaben gebeten. "Im Fall zahlreicher Beschwerden muss sich eine Fachkommission noch einmal mit den Aufgaben befassen. Kommt diese zum Ergebnis, dass sie zu schwer waren, gibt es nur eine faire Lösung: Die Bewertung muss großzügiger ausfallen", sagte eine Vorstandssprecherin der Lehrergewerkschaft GEW.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo weist die Kritik im ANTENNE BAYERN Interview zurück. Den Experten im bayerischen Kultusministerium liegen die Aufgaben vor und diese sehen keine außergewöhnliche Schwierigkeit. Trotzdem nimmt das Kultusministerium die Petition ernst und verspricht eine Überprüfung der Prüfungsaufgaben. Bis Ende der Woche will das Kultusministerium dann ein erstes Ergebnis vorlegen. 

Es ist aber noch unklar, was passiert wenn das Kultusministerium zum Entschluss kommt, dass das Mathe-Abi unverhältnismäßig schwer war.  

So rechtfertigt sich Bayerns Kultusminister Michael Piazolo in der Stefan-Meixner-Show:

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Teile der Prüfungsaufgaben sind einsehbar

Wie schwer die Aufgaben wirklich waren, ist für Außenstehende schwer zu bewerten, da die Prüfungsaufgaben oft nicht offen für alle einsehbar sind. In den sozialen Netzwerken kursieren aber bereits etliche Fotos, die zumindest einen Teil der Aufgaben aus dem diesjährigen Mathe-Abi zeigen.

Stochastik Aufgabe 1

Bei einer Losbude wird damit geworben, dass jedes Los gewinnt. Die Lose und die zugehörigen Sachpreise können drei Kategorien zugeordnet werden, die mit „Donau“, „Main“ und „Lech“ bezeichnet werden. Im Lostopf befinden sich viermal so viele Lose der Kategorie „Main“ wie Lose der Kategorie „Donau“.

Ein Los kostet 1 Euro. Die Inhaberin der Losbude bezahlt im Einkauf für einen Sachpreis in der Kategorie „Donau“ 8 Euro, in der Kategorie „Main“ 2 Euro und in der Kategorie „Lech“ 20 Cent. Ermitteln Sie, wie groß der Anteil der Lose der Kategorie „Donau“ sein muss, wenn die Inhaberin im Mittel einen Gewinn von 35 Cent pro Los erzielen will.

Stochastik Aufgabe 2

Die Inhaberin der Losbude beschäftigt einen Angestellten, der Besucher des Volksfests anspricht, um diese zum Kauf von Losen zu animieren. Sie ist mit der Erfolgsquote des Angestellten unzufrieden.

Die Inhaberin möchte dem Angestellten das Gehalt kürzen, wenn weniger als 15 Prozent der angesprochenen Besucher Lose kaufen. Die Entscheidung über die Gehaltskürzung soll mithilfe eines Signifikanztests auf der Grundlage von 100 angesprochenen Besuchern getroffen werden.

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