30.10.2020 | Geld & Recht Ab Januar: Mehr Kindergeld für Familien

Ab 2021 soll der Kindergeldbetrag nochmal angepasst werden und auch der Kinderfreibetrag wird erhöht. Um wie viel genau erfahrt ihr hier:

Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Es war schon Teil des Koalitionsvertrags der Union und SPD, jetzt wurde es schon zum zweiten Mal in dieser Legislaturperiode erhöht: Das Kindergeld. 

So viel bekommen wir ab 2021

Vergangenen Sommer durften wir uns über 10€ mehr im Monat freuen, ab Januar kommt dann nochmal monatliches ein Plus von 15€ dazu. Damit steigt der Betrag für das erste und zweite Kind auf 219€ im Monat, für das dritte auf 225€ und ab dem vierten Kind sind wir dann schon bei 250€ im Monat. 

Rechnet man das bei einer Familie mit zwei Kindern aufs Jahr hoch, sind insgesamt 360€ mehr in der Haushaltskasse als noch 2020. 

Kinderfreibetrag wird erhöht

Aber auch der Kinderfreibetrag wird erhöht, und zwar um 500€ auf insgesamt 8388€. Weil dieser die Einkommenssteuer verringert, haben meist Besserverdiener etwas davon, Eltern können aber zwischen Kindergeld oder dem Freibetrag wählen. Außerdem prüft das Finanzamt, welche Option sich mehr für den jeweiligen Hausstand lohnt. 

Grundfreibetrag wird erhöht

Weiterhin soll auch der Grundfreibetrag von 9408€ auf 9696€ angehoben werden. Laut Angaben des Steuerzahlerbundes würde das bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Alleinverdiener, der 6000€ mntl. verdient nur einen Unterschied von 15€ machen, die man sich spart.

Auch Alleinerziehende haben künftig durch die neue Regelung einen Vorteil. Sie können ab 2021 nämlich höhere Unterhaltsleistungen von der Steuer abziehen. 

12 Milliarden Euro pro Jahr

Für das ganze Paket stellt das Bundesfinanzministerium 12 Milliarden Euro pro Jahr, um Kindergeld, Steuerfreibeträge und den Kinderbonus bezahlen zu können. Die Regierung betont, dass sie trotz der Corona-Krise immer noch wisse wo ihre Prioritäten lägen, nämlich wie bei Antritt der Legislaturperiode versprochen bei den Familien. 

Gegenwind aus der Opposition

Die Opposition sieht das aber eher kritisch: Die einzigen, die etwas von den neuen Regelungen hätten wären Besserverdiener. Geringverdiener, die deutlich mehr auf Hilfen wie Kindergeld angewiesen sind würden von den Entlastungen überhaupt nichts zu spüren bekommen.

Dem Beschluss der Koalition muss jetzt noch der Bundesrat zustimmen, dann treten die neuen Sätze ab Januar 2021 in Kraft.