28.01.2019 | Geld & Recht Wie ihr finanzielle Engpässe überbrücken könnt

Kommt euch das bekannt vor? Es ist Mitte des Monats, euer Auto springt nicht mehr an, das Konto ist leer und natürlich läuft das Wasser aus statt in die Waschmaschine? Finanzielle Engpässe sind das, was niemand von uns gebrauchen kann, doch kennen wir sie wohl alle. Aber was könnt ihr machen, wenn das Geld knapp, der Rechnungsstapel kurzfristig aber hoch ist?

Foto: @ rawpixel (CC0-Lizenz) / unsplash.com Wenn die Finanzen eng werden, gibt es durchaus Optionen, dem entgegenzuwirken.

Gibt es Möglichkeiten, ohne dass ihr fortan die nahrhafte Wirkung von Nudeln, Reis und Bohnen am eigenen Leib prüfen müsst? Dieser Artikel gibt euch einige Tipps, wie ihr kurzfristige Engpässe überbrücken könnt.

Dispo nutzen

Habt ihr auf eurem Konto einen Dispositionskredit, könnt ihr ihn genau für diesen Engpass nutzen. Dafür ist er gedacht – aber nur dafür. Ein Dispo hat leider immer Nachteile und birgt Gefahren:

  • Kosten – die Inanspruchnahme des Dispos ist teuer. Banken verlangen für das so verliehene Geld wesentlich mehr Zinsgebühren von euch, als bei jedem anderen Kredit.
  • Falle – umso tiefer es in den Dispo geht, desto schwerer ist es, wieder aus ihm herauszukommen. Das liegt einfach daran, dass eure Einkünfte nun nicht nur die monatlichen Kosten, sondern auch noch den Dispo ausgleichen müssen.
  • Gefahr – die Gefahr ist, immer tiefer in den Dispo zu kommen, statt ihn abzubauen. Je nach Höhe des Dispos ist das Konto irgendwann beständig im Minus und ihr habt diese Notlösung nicht mehr.

Müsst ihr jetzt einfach nur die Autoreparatur bezahlen, erhaltet aber in zwei Wochen euer Gehalt, das Fixkosten plus Reparatur abdeckt, ist alles in Ordnung. Nun könnt ihr bewusst auf den Dispo zurückgreifen. Als Maßgabe sollte für euch selbst immer lauten, dass ihr den Dispo nur insoweit nutzen solltet, dass ihr den Betrag innerhalb von drei Monaten ausgleichen könnt.

Wenn der Dispo nicht reicht

Manchmal reicht der Dispo schlichtweg nicht. Ihr habt vielleicht extra vereinbart, dass euer Dispo nur 1.000,00 Euro beträgt, weil ihr euch über die Gefahren bewusst seit. Bei einem finanziellen Engpass habt ihr nun freilich auch nur dieses Geld zusätzlich zur Verfügung. Doch um beim Beispiel der Autoreparatur zu bleiben: Das Limit ist je nach Reparatur schnell erreicht. Trotzdem stehen euch Möglichkeiten offen, um den Engpass zu überbrücken:

  • Minikredite – diese Kleinkredite belaufen sich selten auf über 1.500,00 Euro, besitzen jedoch auch eine sehr kurze Laufzeit von höchstens drei Monaten. Diese Frist müsst ihr einhalten. Die Zinsen sind höher als beim herkömmlichen Kredit, fallen aber dank der kurzen Laufzeit nicht ins Gewicht.
  • Konsumentenkredit – die Aufnahme eines »echten« Kredits ist tatsächlich die beste Lösung, wenn ihr regelmäßige Einkünfte habt. Die Kredite beginnen meist bei 2.500 Euro und sind nicht zweckgebunden. Ihr solltet die Höhe so rechnen, dass ihr die Kosten, die zum Engpass führten, bezahlen könnt, den Dispo ausgleicht und immer noch etwas übrig habt. Ein Beispiel: Euer Konto ist nach der Reparatur mit 1.000 Euro im Minus und ihr wisst nicht, wie ihr bis zum nächsten Geldeingang überbrücken könnt. Nehmt ihr nun 2.500 Euro auf, gleicht ihr mit dem Geld den Dispo aus – und legt den Großteil des Restgeldes beiseite. Ihr habt nun eine weitere feste Reserve. Diese Kredite sollten übrigens eine möglichst lange Laufzeit besitzen, sodass ihr die Raten bequem zahlen könnt.
  • Barkredit – auch diese Lösung gehört zu den »echten« Krediten und zählt somit zu den besten Lösungen. Der Barkredit ist auch ein Kleinkredit, der in der Theorie bar ausgezahlt wird. Anbieter wie Bon-Kredit zahlen diesen jedoch auch aufs Konto, sorgen hierbei allerdings für eine möglichst unkomplizierte Prozedur. Die Hürden für diesen Kredit sind überschaubar, zudem ist das Geld schnell verfügbar. Wichtig ist, dass auch Barkredite nicht zweckgebunden sind. Es ist also eure Sache, ob ihr die Werkstattrechnung in bar bezahlt, das Geld aufs Konto einzahlt oder aber davon den Dispo ausgleicht. Die Zinsen sind jedoch aufgrund der lässigen Prüfung und der kurzen Dauer wieder höher als bei einem langjährigen Kredit.

Müsst ihr eher kleinere Summen überbrücken und habt überhaupt keinen Dispo vereinbart, kann eventuell auch der Gang zum Pfandleiher helfen. Die Stücke verpfändet ihr nun nicht dauerhaft, da ihr sie innerhalb einer Frist von meist drei Monaten zurückkaufen könnt.

Foto: @ rawpixel (CC0-Lizenz) / unsplash.com Wer sich eine Notreserve aufbaut, kann Engpässe künftig vermeiden.
Finanzielle Engpässe in Zukunft vermeiden

Der beste Umgang mit einem Engpass ist, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Je nach euren Einnahmen ist das freilich leichter gesagt, als getan, denn gerade in den beliebten Großstädten geht ein guter Teil des Gehalts schlichtweg fürs Wohnen drauf. Dennoch solltet ihr Folgendes versuchen:

  • Rücklage – probiert, monatlich wenigstens 50,00 Euro sicher beiseitezulegen. Nutzt dafür ruhig ein Sparbuch oder ein zweites Konto, wichtig ist, dass dieser Betrag immer zum Monatsbeginn direkt abgeht. So verringert ihr die Chance, dranzugehen.
  • Anbieterwechsel – es klingt seltsam, aber spart beim Strom, Handyverträgen oder Autoversicherungen. Macht einen Vergleich und schaut, was ihr jährlich sparen könnt. Diese Ersparnis legt ihr nun entweder direkt oder monatlich beiseite.
  • Kredit – wie oben bereits erwähnt, ist ein Kredit mitunter praktisch, um sich ein kleines »Sparvermögen« als Notgroschen anzulegen. Vermutlich gehört ihr auch zu den Menschen, denen es wesentlich leichter fällt, eine Verpflichtung zu bezahlten, als euch selbst einen Notgroschen zusammenzusparen. Die Kreditrate ist die Verpflichtung, die Kreditsumme euer neuer Notgroschen.

Natürlich könnt ihr den Notgroschen noch auf unendlich vielen weiteren Wegen ansparen. Raucht ihr, ist das Zigarettengeld die perfekte Möglichkeit, doch auch hier gilt: Das Geld muss sofort weggelegt werden. Oder führt einmal ein Haushaltsbuch und schaut, für welchen »Kram« ihr eigentlich Geld ausgebt, das anderweitig besser genutzt werden könnte. Wichtig ist nur, dass ihr monatlich versucht, einen festen Betrag auf die Seite zu legen. Er mag an sich nicht groß erscheinen, doch auch 50,00 Euro überschreiten nach zwei Jahren die 1.000er-Grenze. 

Fazit – ein Engpass lässt sich überbrücken

Glücklicherweise gibt es heute ausreichend Wege, kurzfristige Engpässe recht gut zu überbrücken. Notwendig ist in der Regel, dass ihr ein festes Einkommen habt, denn dieses entscheidet auch über die etwaige Kredithöhe. Zusätzlich solltet ihr aber damit beginnen, euch ein Notkapital anzulegen. Und mal ehrlich: Hattet ihr als Kind nicht immer das Sparschwein? 

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