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Arbeitsunfähigkeit: Sind die Menschen wirklich häufiger krank?

Aktuelle Daten zeigen: Menschen sind im vergangenen Jahr deutlich häufiger krankgeschrieben als in den Vorjahren. Woran liegt das?

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Job & Berufsleben Foto: Nicolas Ziebarth/Adobe Stock

In Deutschland häufen sich die Krankmeldungen, und die Fehlzeiten haben im Jahr 2023 einen neuen Rekord erreicht. Laut DAK-Krankenkassen fehlten Arbeitnehmer im Schnitt 20 Tage, und täglich waren 5,5 Prozent der Arbeitnehmer krankgeschrieben. Doch hinter den vermeintlich besorgniserregenden Zahlen verbergen sich trügerische Aspekte, wie der Ökonom Nicolas Ziebarth vom ZEW-Institut gegenüber dem Handelsblatt betont. 

Sind die Menschen öfter krank?

Ziebarth argumentiert, dass die hohen Fehlzeiten nicht zwangsläufig den tatsächlichen Krankheitsstand der Bevölkerung widerspiegeln.

Deutsche Arbeitnehmer sind möglicherweise gesünder, als die Zahlen vermuten lassen.

Nicolas Ziebarth

Woran liegt das dann?

Gute Bezahlung trotz Krankschreibung

Deutschland gewährt eine der großzügigsten Lohnfortzahlungen weltweit: Wer sich krankmeldet, erhält sechs Wochen lang den vollen Lohn. Im Vergleich dazu gilt in Schweden die Lohnfortzahlung erst nach einem Krankheitstag, und in den USA gibt es nur in einigen Bundesstaaten eine Lohnfortzahlung. Dieser Unterschied in den Regelungen spiegelt sich in den Fehlzeiten wider. Ziebarth weist darauf hin, dass in Ländern mit restriktiveren Regelungen die Fehltage niedriger sind, aber auch das Problem des "krank Arbeitens" häufiger vorkommt.

Wirtschaftlicher Erfolg

Ein weiterer Aspekt ist der nachgewiesene Zusammenhang zwischen Beschäftigungsquote, Konjunktur und Krankenstand. In wirtschaftlich guten Zeiten melden sich mehr Menschen krank. Stefan Pichler erklärt diesen Zusammenhang gegenüber dem Handelsblatt damit, dass die Arbeitsbelastung während eines Wirtschaftsbooms höher ist, was zu gegenseitiger Ansteckung und höheren Krankheitsraten führt. Eine alternative Erklärung wäre, dass die Angst vor Arbeitsplatzverlust bei einem ausgelasteten Arbeitsmarkt geringer ist. In Zeiten des Fachkräftemangels fühlen sich Arbeitnehmer sicherer und neigen eher dazu, sich krank zu melden.

Studie: Blaumachen in Deutschland weit verbreitet

Eine kürzlich durchgeführte Studie der Krankenkassen Pronova BKK unterstützt die Vermutung, dass "Blaumachen" in Deutschland weit verbreitet ist. Sechs von zehn Arbeitnehmern gaben an, sich trotz Arbeitsfähigkeit krankgemeldet zu haben. Diese Entscheidung, die als "Bettkantenentscheidung" bezeichnet wird, fällten nur 36 Prozent der Befragten zugunsten des Jobs, während zehn Prozent häufig fehlten.

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