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Laut kündigen: Ein neuer Job-Trend?

Das "Loud Quitting" macht sich bemerkbar in der Arbeitswelt. Wir erklären euch, warum es hier nicht unbedingt um das wortwörtliche laute Kündigen geht.

Mann verabschiedet sich aus dem Büro Job & Berufsleben Foto: adobe stock / svitlana

Auf die Arbeitswelt bezogen, lautet die wortwörtliche Übersetzung laut kündigen. Das erweckt im Kopf ein filmreifes Szenario eines Angestellten, der wutentbrannt, das Büro verwüstend, seinen Job hinschmeißt, oder? Ganz so dramatisch ist es nicht. Besser erklären lässt sich diese neue Richtung mit dem Wortlaut laut an-kündigen.

Was ist loud quitting?

Diese neue Bezeichnung lässt sich gut mit Hilfe seines Gegenstücks, dem "quiet quitting", erklären. Lautes und leises Kündigen: Mit beiden Begriffen werden Angestellte beschrieben, die nicht zufrieden mit ihrem Arbeitsumfeld sind, und dies mit ihrer Motivation und Arbeitsweise zur Schau stellen.

  • loud quitting: Der frustrierte Mitarbeiter lässt seinen Ärger über die Arbeitsumstände entweder gegenüber dem Arbeitgeber oder in sozialen Medien (wenn nicht sogar beides) aus. Hinter dem "lauten Kündigen" steckt ein Ausdruck von Frust und Unzufriedenheit seitens des Mitarbeiters, nicht unbedingt eine aktive Kündigung.
  • quiet qutting: Beim "leisen Kündigen" entscheidet sich der Mitarbeiter dafür, physisch in seinem Job zu bleiben, aber emotional hat er sich bereits davon distanziert. Er zieht sich zurück, gibt weniger Einsatz als üblich und wählt einen passiv-aggressiven Weg, um seine Unzufriedenheit zu äußern.

Beide Begriffe beschreiben also nicht den direkten Weg der Kündigung, sondern eine Art Verhandlungsstrategie. Die Führungskräfte sollen auf Missstände und komplexe, interne Gegebenheiten aufmerksam gemacht werden, die sich ändern sollen. Bestenfalls wird durch loud oder quiet quitting der ein oder andere Mitarbeiter angestiftet und es kommt eine größere Bewegung ins Rollen. 

Chancen für den Arbeitgeber

Der Unterschied macht deutlich, warum sich das "laute Kündigen" in der Arbeitswelt bemerkbar macht. Mitarbeiter die sich lauthals über ihre Unzufriedenheit äußern, sind meistens offener für Verhandlungen und nicht kurz vor einer echten Kündigung. Hier wird der Dialog zu den Chefs offen gesucht. Diese führenden Personen wissen auch direkt was der betroffenen Person am Herzen liegt und können versuchen gemeinsam einen Kompromiss zu finden. 

"Leise kündigen" ist wenig hilfreich: egal ob für euch oder für die Vorgesetzen. Euer Unmut und die Unzufriedenheit spiegelt sich hier nur durch die fehlende Produktivität wieder. Am Ende ist es das, was der Chef sieht und nicht die Unzufriedenheit über einzelne Gegebenheiten. Diese Art des Protests schadet also nicht nur dem Unternehmen, sondern auch euch selbst, weil potentiell eine positive Weiterempfehlung für kommende Berufe ausfällt.

Risiken für den Arbeitgeber

Es gilt in beiden Bereichen, nicht zu übertreiben. Es kommt beim "lauten Kündigen" auch vor, dass ein Unternehmen aktiv untergraben und Schaden geplant zugefügt wird. Ihr könnt euch vorstellen, dass der Frust hier sehr stark sein muss. Wenn eine gewisse Grenze überschritten wird, dann kann auf dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr aufgebaut werden. Das ist wohl auch der Grund warum das "leise Kündigen" weitaus verbreiteter ist. In unserer Gesellschaft ist eine laute Äußerung auch wesentlich weniger verbreitet, als zum Beispiel in Amerika. Es gilt also eine bestmögliche Mitte zu finden. Der Gedanke des "loud quitting" ist durchaus nachvollziehbar und konstruktiv. So muss er auch durchgeführt werden. Es lohnt sich seine Kritik wohl begründet zu äußern. Davon profitieren nicht nur euren Vorgesetzen, sondern auch ihr selbst.

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