Silvesterbräuche weltweit: So feiert die Welt ins neue Jahr
Was haben 12 Trauben, rote Unterwäsche, Münzen im Kuchen und ein Sprung vom Stuhl gemeinsam? Es ist Silvester! Erfahrt hier, wie andere Länder ins neue Jahr feiern.
Silvester ist überall auf der Welt ein ganz besonderes Ereignis – und jede Nation hat ihre eigenen, oft kuriosen Traditionen, um das neue Jahr zu begrüßen.
Wir zeigen euch die spannendsten Silvesterbräuche weltweit und geben Tipps, wie ihr sie ganz einfach selbst ausprobieren könnt!
Dänemark: Königliche Ansprache und Glückssprung
In Dänemark gehören zwei Dinge zu Silvester: die Neujahrsansprache der Königin und ein Sprung ins neue Jahr. Viele Däninnen und Dänen schauen traditionell die Rede von Königin Margrethe II. und veranstalten dazu Bingo oder Trinkspiele mit typischen Floskeln. Seit dem Rücktritt der Monarchin 2023 bleibt vor allem eine Tradition: Kurz vor Mitternacht steigen viele auf Stühle oder Sofas und springen pünktlich um 0 Uhr ins neue Jahr – ein Sprung ins Glück!
Spanien: 12 Trauben für 12 Monate Glück
In Spanien gehört es zur Tradition, um Mitternacht zwölf Trauben zu essen – eine zu jedem Glockenschlag. Jede Traube steht für einen Monat voller Glück und wer alle Trauben rechtzeitig schafft, füllt sein Glückskonto für das neue Jahr voll auf. Probiert es doch mal aus: Einfach zwölf Trauben bereitlegen und pünktlich um Mitternacht genießen!
Irland: Glücksbringer durch den ersten Besucher
In Irland bringt es Glück, wenn nach Mitternacht ein dunkelhaariger Mann als erster Gast das Haus betritt – am besten mit Geschenken wie Whiskey, Essen oder Geld. Dieser Brauch heißt „first footing“.
Und die Iren sind ja nicht auf den Kopf gefallen: Falls kein Gast kommt, kann auch ein Familienmitglied durch die Gartentür hinaus- und durch die Haustür wieder hereinkommen.
Italien: Rote Unterwäsche für die Liebe
In Italien trägt man in der Silvesternacht rote Unterwäsche – das soll Glück in der Liebe bringen. Ein Brauch, der sich leicht übernehmen lässt und für ein bisschen Spaß sorgt. Und schaden kanns ja nie. ;-)
Philippinen: Runde Früchte und lauter Krach
Auf den Philippinen werden nach Mitternacht zwölf (mehr oder weniger) runde Früchte serviert – die runde Form steht für Münzen und somit Wohlstand und Glück. Pancit (Nudeln) sollen ein langes Leben bringen, und eine reich gedeckte Tafel verspricht ein gutes Jahr. Um böse Geister zu vertreiben, wird ordentlich Krach gemacht – wer kein Feuerwerk hat, schlägt auf Töpfe oder macht laut Musik.
Griechenland: Die Glücksmünze im Kuchen
In Griechenland wird zu Silvester ein Kuchen gebacken, in dem eine Münze versteckt ist. Wer das Stück mit der Münze bekommt, darf sich auf besonders viel Glück freuen. Vielleicht eine schöne Idee für die eigene Silvesterparty!
Australien: Mega-Feuerwerk in Sydney
Im australischen Sydney bestaunen Hunderttausende das berühmte Feuerwerk an der Harbour Bridge und am Opernhaus. 2023 gab es erstmals Lichtprojektionen von künstlicher Intelligenz.
Das Spektakel wird weltweit von Millionen Menschen verfolgt. Hier könnt ihr per Livestream dabei sein:
Brasilien: Weiß tragen und ans Wasser gehen
In Brasilien tragen viele Menschen weiße Kleidung und gehen ans Meer, um über sieben Wellen zu springen – das soll Glück bringen. Wer keinen Strand in der Nähe hat, kann den Brauch auch an einem See oder Fluss ausprobieren.
Südafrika: Picknick und Badespaß am Strand
Lust auf Silvester in der Sonne? Ab nach Südafrika! Zum Jahreswechsel herrschen am Südzipfel Afrikas sommerliche Temperaturn um die 30 Grad und so strömen am Neujahrstag Hunderttausende ans Meer, um die sommerlichen Temperaturen zu genießen. Hier feiern die Menschen Silvester am Strand – mit Picknick, Baden, Sonnen und Surfen.
Deutschland: Bleigießen und Trinkspiele
Typisch bayerische Silvesterbräuche drehen sich um den Abschied vom Alten und das Begrüßen des Neuen mit Lärm mit verschiedenen Ritualen und Glücksbringern.
Beim Neujahrsschießen werden besonders in ländlicheren Gebieten und im Alpenraum am Neujahrstag mit Böllern und Salven die bösen Geister des alten Jahres vertrieben und das neue Jahr lautstark begrüßt.
Das Rauhnächte-Räuchern ist eine uralte Tradition: Zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige (25. Dez. bis 6. Jan.) werden Haus und Stall mit Kräutern wie Weihrauch und Salbei ausgeräuchert, um Dämonen zu vertreiben und das Haus zu reinigen.
Natürlich gehört Blei- bzw. mittlerweile Wachsgießen auch dazu: Geschmolzenes Blei oder Wachs wird in kaltes Wasser gegossen; die entstehende Form gibt Hinweise, was das neue Jahr bringen könnte. Diese Tradition reicht angeblich sogar bis ins antike Rom zurück.
China: Neujahr nach dem Mondkalender
In China bleibt es am 31. Dezember relativ ruhig. Denn Silvester wird in China nach dem Mondkalender gefeiert – 2026 am 17. Februar. Dann endet das Jahr der Schlange und das Jahr des Pferdes beginnt.
Bereits am Vorabend werden bei vielen Menschen Fenster und Türen geöffnet, um Glück hereinzulassen. Mit Feuerwerk, Drachen- und Löwentänzen wird das neue Jahr begrüßt.
Islamische Länder: Neujahr zu einem anderen Zeitpunkt
Bei Muslimen erinnern die Neujahrsfeiern an die Wanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622. Mit der Reise beginnt ihre Zeitrechnung. Der islamische Neujahrsanfang (1441 n.H.) ist 2026 am 16. Juni.
Das islamische Neujahr, bekannt als Muharram, ist kein lautes Fest, sondern ein Tag der Besinnung und des Gedenkens. Muslime verkünden den Beginn des neuen Jahres nicht mit einem Feuerwerk. Stattdessen begehen viele den Tag mit Gebeten, Fasten, dem Erzählen von Geschichten und dem dem Zubereiten von speziellen Speisen.
Judentum: Rosch Haschana – das jüdische Neujahrsfest
Juden feiern ihr Neujahrsfest Rosch Haschana (hebräisch: Kopf des Jahres) an den ersten beiden Tagen des Monats Tischri im jüdischen Kalender. 2026 ist das von 11. bis 13. September der Fall.
Traditionell werden runde Brote gebacken, die den Jahreskreislauf symbolisieren. Auch gefüllter Karpfen gehört traditionell zum Fest und mit in Honig getauchten Äpfeln wird der Wunsch nach einem süßen, erfüllten Jahr symbolisiert.