03.11.2022 | Lifestyle Stressbewältigung der besonderen Art: Solo-Sex während der Arbeit?

Auch im bayerischen Arbeitsalltag ist anscheinend einiges los - und der ein oder andere baut seinen Stress wohl auf besondere Weise ab. Was eine neue Studie ergeben hat, haben wir für euch zusammengefasst.

Foto: nito/Adobe Stock

Überstunden, Abgabefristen, Leistungsdruck: Beinahe jeder Arbeitnehmer kennt stressige Phasen in seinem Berufsalltag. Warum also nicht einmal Stress abbauen? Doch statt mit einer Tasse Tee ein wenig frische Luft zu schnappen, bewältigen sehr viele Menschen ihren Stress im Job mit Solo-Sex.

Studie enthüllt Selbstbefriedigung bei der Arbeit

Eine neue Studie hat ergeben, dass Millionen von Arbeitnehmern sich bei der Arbeit ein wenig selbst befriedigen. Laut einer Untersuchung von "Chemist4U", bei der 2.000 Personen Briten befragt wurden, hat mehr als jeder zehnte, also 14 Prozent, schon einmal bei der Arbeit masturbiert. Bei den Männern ist es sogar mehr als ein Fünftel, nämlich 22 Prozent. Die Arbeitnehmer, die an der Umfrage teilnahmen, gaben zu, etwa zwei bis drei Mal pro Woche während der Arbeitszeit zu masturbieren, wobei Männer dreimal häufiger masturbieren als Frauen.

Bezahlung für Solo-Sex statt Arbeit

Mit durchschnittlich 36 Arbeitsminuten, die jedes Mal mit dem eigenen Vergnügen verbracht werden, wird den Menschen im Grunde etwa 128 Pfund, also 145 Euro bezahlt, um sich selbst zu vergnügen, anstatt ihre Aufgaben abzuarbeiten. Die von "Chemist4U" durchgeführte Studie basiert auf einem britischen Gehalt von 25.300 Pfund, was etwa 28.800 Euro entspricht. Wie die Umfrage weiter zeigt, sind es die Besserverdienenden, die zwischen 35 und 45 Tausend Pfund, also etwa 40 bis 52 Tausend Euro, im Jahr verdienen, die sich am ehesten während der Arbeitszeit vergnügen. Neben dem Gehalt spielte auch das Alter eine wichtige Rolle: 27 Prozent der Personen, die zugaben, masturbiert zu haben, gehörten der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen an. Bei den 35- bis 44-Jährigen waren es 18 Prozent und bei den 45- bis 54-Jährigen 15 Prozent.

Selbstbefriedigung kann die Konzentration verbessern

Die Vorteile der Masturbation sind in vielen Studien gut belegt, aber wissenschaftliche Untersuchungen zur Masturbation am Arbeitsplatz gibt es praktisch nicht. Dennoch kann man die Hypothese aufstellen, dass viele der nachgewiesenen körperlichen Vorteile der Masturbation auch auf Umgebungen mit hoher Anspannung wie den Arbeitsplatz übertragbar sind. Bei der Masturbation werden Dopamin und Endorphine ausgeschüttet, die für Belohnung und Stressabbau sorgen. Am Arbeitsplatz kann eine Masturbationspause also für kurzzeitige Entspannung sorgen, die Konzentration steigern, die Stimmung verbessern, beim Stressabbau helfen und Spannungen abbauen. 

Masturbationspause statt Raucherpause?

Mark Sergeant, Dozent für Psychologie an der Nottingham Trent University, sagte in einem Interview , dass ein Arbeitnehmer effektiver und weniger gestresst bei der Arbeit sein kann, wenn er Zeit zum Masturbieren am Arbeitsplatz hat - es könnte die Zigarettenpause ersetzen. Und Sergeant ist nicht allein, andere Psychologen haben den gleichen Vorschlag gemacht.

Kündigung droht

Das Masturbieren am Arbeitsplatz hat natürlich auch seine Kosten, vor allem wenn man entdeckt wird. Auch wenn dies wahrscheinlich zu einer immensen Peinlichkeit führen würde, ist das bei Weitem nicht der einzig mögliche Preis. Denn man wird des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt. Beispielsweise wurde der Autor und Rechtsexperte Jeffrey Toobin von "CNN" suspendiert und im November 2020 von seinem Posten beim "New Yorker" entlassen, weil er während eines Zoom-Telefonats masturbierte. Toobin sagt, er habe geglaubt, sein Video sei ausgeschaltet und stummgeschaltet gewesen. Dennoch fiel der Vorfall unter sexuelles Fehlverhalten und zog Konsequenzen nach sich. Selbstbefriedigung an sich ist zwar nicht illegal, könnte aber je nach Situation als unsittliche Entblößung angesehen werden oder unter den Begriff der "feindseligen Belästigung am Arbeitsplatz" fallen, die auf unerwünschtem sexuellem Verhalten beruht. In beiden Fällen kann es zu rechtlichen Schritten kommen, die über eine Kündigung hinausgehen. Darüber hinaus kann die Handlung leicht zu einem Jobhindernis werden.

Regeln am Arbeitsplatz müssen eingehalten werden

Der Psychotherapeut Ian Kerner, Ph.D., weist darauf hin, dass man die Strukturen am Arbeitsplatz respektieren und Grenzen setzen muss, erkennt aber auch die Vorteile an, die manche Menschen aus der Selbstbefriedigung am Arbeitsplatz ziehen. 

"Selbstbefriedigung ist gesund. Masturbation ist typisch und normal, und die Menschen masturbieren aus sehr unterschiedlichen Gründen: manchmal, um sich zu entspannen, manchmal, um Vergnügen zu empfinden, manchmal, um eine Fantasie zu genießen, und manchmal, um Ängste abzubauen oder sich selbst gegen eine schwierige Stimmung oder Emotion zu behandeln." 

Kerner sagt außerdem: 

"Wenn Männer am Arbeitsplatz masturbieren, liegt das meiner Erfahrung nach sehr oft daran, dass die Masturbation zu einem ziemlich wichtigen Bewältigungsmechanismus geworden ist. Deshalb habe ich auch viele männliche Patienten, die am Arbeitsplatz masturbieren. Sie fühlen sich sehr gestresst und sind in einer aktivierten, gestressten, ängstlichen Situation, in der sie nicht richtig denken können, und als Nächstes masturbieren sie auf der Toilette."

Die Leute masturbieren bei der Arbeit. Und solange ihr dabei nicht gegen das Gesetz verstoßt oder jemanden verletzt, könnt ihr weitermachen - raten ja sogar die Experten.

Die Studie und weitere Informationen könnt ihr hier nachlesen:

Sex-Umfrage "Chemist4U"

Interview Mark Sergeant

Interview Psychotherapeut Ian Kerner

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