04.12.2019 | Verbraucherschutz Gesundheitsgefahr! Dieser giftige Stoff lauert in Mandarinen und Orangen

Zum Nikolaustag werden wieder viele Mandarinen vernascht. Die Früchte könnten aber mit einem gefährlichen Stoff belastet sein. Und das, obwohl er in Deutschland verboten ist.

Mandarinen sind in der Vorweihnachtszeit, und vor allem zu Nikolaus besonders gefragt in deutschen Supermärkten. Aber auch Orangen und Grapefruits wandern im Winter häufig in die Einkaufsbeutel. Auf dem Obst könnten aber gefährliche Insektizid-Rückstände lauern. Es geht um das seit Jahren in Europa eingesetzte Pflanzenschutzmittel Chlorpyrifos.

Jede vierte Mandarine belastet: Orangen noch stärker betroffen

Seit 2006 ist es in der EU zugelassen, um Schädlinge in der Landwirtschaft zu bekämpfen. Das Mittel steht aber im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Embryonen zu schädigen. Für deutsche Bauern ist der Stoff verboten. Trotzdem war Chlorpyrifos bei Sonderkontrollen vor zwei Jahren immer wieder nachweisbar auf Früchten in Deutschland, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Demnach war in mehr als jeder dritten untersuchten importierten Orange und Grapefruit der Stoff zu finden. Bei Mandarinen betraf es jede vierte untersuchte Frucht.

Hintergrund ist, dass die sogenannten Zitrus-Staaten Griechenland, Italien Spanien und Portugal das Mittel nach wie vor großflächig einsetzen. In der EU-Kommission wird aktuell eine Diskussion darüber geführt, Chlorpyrifos europaweit zu verbieten. Einem wirksamen Verbot müssten aber mindestens 15 EU-Mitgliedsländer - also 65 Prozent - zustimmen.

Gefahr für ungeborene Kinder

Schon vor acht Jahren warnten US-Forscher in einer Langzeitstudie vor dem giftigen Mittel. Bereits kleine Mengen können sich negativ auf die Entwicklung des Gehirns von Babys im Mutterleib auswirken, hieß es damals. Der Stoff könne Bereiche der Großhirnrinde schrumpfen lassen und führe später zu spürbaren Einbußen in den geistigen Leistungen der Kinder.

Wie kann man sich schützen?

Bei den betroffenen Obstsorten ist das Chlorpyrifos hauptsächlich auf der Schale nachweisbar. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist die tatsächliche Aufnahme durch Verbraucher „sehr gering“, weil Zitrusfrüchte ohne Schale gegessen werden. Darüber verweisen Toxikologen auf sorgfältige Hygiene: Die Hände und auch die Schale vor dem Schälen abzuwaschen ist ratsam, um möglichst wenig oder gar nicht mit dem Stoff in Kontakt zu kommen. Das Risiko reduziert ebenfalls für diejenigen, die zu Bio-Produkten greifen. Denn bio-zertifizierte Landwirte verpflichten sich, keine schädlichen Pestizide zu benutzen.