21.04.2022 | Verbraucherschutz Vorsicht beim Olivenöl: Diese Produkte sind mit Mineralöl belastet

Öko-Test hat 19 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ getestet, darunter neun Bio-Produkte. Das Ergebnis ist beunruhigend: Alle bis auf ein Öl sind mit Mineralöl belastet. Was das bedeutet und was ihr beim Kauf von Olivenöl beachten solltet, lest ihr hier.

Foto: pixabay / Couleur

Olivenöl gehört zu den beliebtesten Ölen bei uns. Kein Wunder also, dass 67 Prozent des weltweit produzierten Olivenöls aus Europa kommt. Meistens aus Italien oder Griechenland. Besonders hochwertiges Olivenöl wird meist in der kalten Küche verwendet, beispielsweise zum Verfeinern von Salaten. Olivenöl eignet sich dennoch zum braten, grillen oder frittieren, beim Erhitzen von Olivenöl sollte aber darauf geachtet werden, dass das Öl nicht zu heiß wird und zu rauchen beginnt, denn dann entwickeln sich gesundheitsschädliche Stoffe. 

Öko-Test hat 19 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ unter die Lupe genommen, darunter neun Bio-Produkte. Erschreckend dabei: Nur ein Olivenöl ist nicht durch Mineralöle belastet und erhält im Test die Bestnote „sehr gut“, zwei Öle werden mit „befriedigend“ bewertet. Alle anderen fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. 

Welches Olivenöl ist das beste?

Ein einziges Olivenöl hat von Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ erhalten. Das Bio-Olivenöl Rapunzel Kreta; Olivenöl Nativ Extra. Das ist ausschließlich in Bio-Läden und Reformhäusern erhältlich. Es weist beim Test keine Mineralölbestände auf, überzeugt geschmacklich und hat keine weiteren bedenklichen Inhaltsstoffe. 

Welche Olivenöle fallen durch? 

Öko-Test bemängelt vor allem die Mineralölbestände in den getesteten Produkten. In den günstigen und beliebten Olivenöl-Eigenmarken von Edeka und Rewe wurden beispielsweise jeweils stark erhöhte Mineralölwerte gemessen. Zudem weisen beide Öle auch besonders bedenkliche Pestizide auf, unter anderem Deltamethrin, ein Insektizit, das auch als Pflanzenschutzmittel und zum Imprägnieren von Moskitonetzen verwendet wird. Es greift das zentrale Nervensystem an. 

Beliebtes Bertolli Olivenöl im Test "mangelhaft"

Auch im Bertolli Olivenöl wurden "stark erhöhte" Mineralölbestandteile MOSH und MOAH gefunden. Die gefundenen Mineralölkohlenwasserstoffe MOSH können sich im Körper anreichern – was das für die menschliche Gesundheit bedeutet, ist noch völlig ungeklärt. MOAH sind noch bedenklicher, darunter können sich Stoffe befinden, die krebserregend sind.

Wie schädlich sind Mineralöle? 

Mineralöle haben Öko-Test zufolge in Nahrungsmitteln nichts verloren. Sie entstehen durch den Herstellungsprozess von Braunkohle, Steinkohle, Torf, Holz oder Erdöl. Das Problem: Sie reichern sich in Organen wie der Leber an. Trotzdem sind laut Angaben der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Mineralölkomponenten in nahezu allen Lebensmitteln vorhanden. Viele dieser Stoffe werden noch untersucht, es ist aber nicht auszuschließen, dass unter den Mineralölen auch krebserregende Stoffe enthalten sind.

Das gesamte Testergebnis könnt ihr hier nachlesen: 

Olivenöl im Test

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