18.02.2020 | Verkehr & Mobilität Motorrad fahren mit Auto-Führerschein ohne Extra-Prüfung: So geht's

Motorradfahren ist für viele Spaß und Freiheit pur. Es ist aber auch riskant. Auf leichten Maschinen ist es seit Jahresbeginn 2020 möglich, dass auch Autofahrer mit ihnen unterwegs sein dürfen – nach einer speziellen Fahrschulung, aber ohne Extra-Prüfung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur zusätzlichen Fahrerlaubnis.

Foto: Hans König/dpa; Max von Jutrczenka/dpa (Teaser)

Motorradfahren ist für viele Spaß und Freiheit pur. Es ist aber auch riskant. Auf leichten Maschinen ist es seit Jahresbeginn 2020 möglich, dass auch Autofahrer mit ihnen unterwegs sein dürfen – nach einer speziellen Fahrschulung, aber ohne Extra-Prüfung. Viele Fahrschulen bieten die nötigen Praxis- und Theorie-Schulungen für das Pkw-Führerschein-Upgrade schon an.

Ohne Prüfung aufs Motorrad: Darum geht's

Autofahrer dürfen seit Beginn des Jahres 2020 ohne Prüfung leichte Motorräder fahren. Es gibt aber bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen:

  • Es geht um sogenannte 125er-Maschinen mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimeter und einer Motorleistung von nicht mehr als 15 PS.
  • Die erweiterte Fahrerlaubnis gilt nur für Deutschland. Fahrten im Ausland sind nicht möglich.
  • Mindestalter für die Fahrerlaubnis solcher Motorräder: 25 Jahre.
  • Der Autofahrer muss seit fünf Jahren seinen Führerschein der Klasse B haben.
  • Darüber hinaus muss er erfolgreich an einer Fahrerschulung in Theorie und Praxis bei einer Motorradfahrschule durch einen Motorradfahrlehrer teilgenommen haben.
Motorrad-Schulung absolviert: Wie wird der Führerschein angepasst?

Wer die spezielle Motorrad-Schulung erfolgreich absolviert hat, muss bei der für den Wohnort zuständigen Fahrerlaubnisbehörde einen neuen Führerschein ausstellen lassen. Darin wird bei der Klasse B die Schlüsselzahl B196 eingetragen. Das ist die Berechtigung, Leichtkrafträder führen zu dürfen.

Wie sehen die vorgeschrieben theoretischen Schulungen aus?

Autofahrer, die kleine Maschinen fahren möchten, müssen mindestens 4 Unterrichtseinheiten à 90 Minuten absolvieren, in denen klassenspezifischer Unterrichtsstoff für Motorradfahrer gelehrt wird. Die Themen umfassen dabei die Komplexe

  • Fahrer/Beifahrer/Fahrzeug
  • besonderes Verhalten beim Motorradfahren
  • besondere Schwierigkeiten und Gefahren für Motorradfahrer
  • Fahrtechnik und Fahrphysik.
Wie sieht die praktische Schulung aus?

Autofahrer müssen ihr fahrerisches Können auch auf dem Motorrad beweisen, allerdings in sehr abgespeckter Form. Es müssen mindestens 5 Unterrichtseinheiten à 90 Minuten fahrpraktische Schulung für Motorradfahrer absolviert werden. Dabei müssen nicht alle Fahrten im normalen Straßenverkehr stattfinden. Die Schulung kann stattdessen auf einem Parkplatz, Übungsplatz oder in einem Industriegebiet durchgeführt werden.

Unter Aufsicht eines Fahrlehrers müssen folgende Situation geübt werden:

  • Fahren mit Schrittgeschwindigkeit
  • Kreisfahrt und Slalom
  • Bremsen und Ausweichen
  • Gefahrbremsung
  • Überlandfahrt
  • Autobahnen oder Schnellstraßen
  • Stadtverkehr
Was kostet es Autofahrer, die zusätzliche Fahrerlaubnis zu bekommen?

Die beschriebene Motorrad-Schulung ist für Autofahrer Pflicht. Die Kosten dafür liegen bei etwa 600 Euro. Dazu kommen die Gebühren für die Neuausstellung des Führerscheins. Die Klasse A1 wird im Übrigen nicht in den Führerschein eingetragen.