19-Jähriger erster alkoholbedingter Notfall auf der Wiesn
Wiesnbier unterschätzt: Ein junger Mann musste nach dem Anstich von Sanitätern versorgt werden. Wie die Mini-Klinik auf dem Oktoberfest solche Fälle meistert.
München (dpa/lby) - Knapp vier Stunden nach dem Anstich auf der Wiesn wurde ein 19-Jähriger als erster Patient mit Alkoholvergiftung von Sanitätern behandelt. Der Besucher musste den Angaben zufolge gegen 15.45 Uhr mit einer Trage zur Sanitätstation geholt werden.
Wie das Team der Aicher Ambulanz auf dem Oktoberfest berichtete, hat der junge Mann das Wiesnbier deutlich unterschätzt - so sehr, dass er nicht mehr stehfähig gewesen sei: «Seine Freunde alarmierten uns, unser Team kümmerte sich vor Ort mit Vitalkontrolle und einer Infusion.»
Vorsorglich sei auch abgeklärt worden, ob möglicherweise doch eine plötzliche Erkrankung mit dahinterstecken könnte. Der 19-Jährige wurde untersucht und sollte bei Bedarf auch eine Untersuchung in dem Computertomographen bekommen, der seit einigen Jahren eigens auf der Wiesn aufgestellt wird.
Rund 430 Einsatzkräfte, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte, kümmern sich über die 16 Festtage hinweg im Rund-um-die-Uhr-Betrieb um die Gesundheit der Wiesn-Besucher. In der Spitzenbesetzung wie am Eröffnungssamstag sollten ungefähr 140 Menschen auf der Sanitätsstation im Einsatz sein.
Von 7.000 Patienten fast 40 Prozent alkoholbedingte Notfälle
Über die Jahre hat sich die Wiesn-Sanitätsstation zu einer Art Mini-Klinik entwickelt. Sie verfügt neben dem Computertomographen und die Möglichkeit, Blutwerte vor Ort zu testen, Wunden zu nähen und Patienten insbesondere mit Alkoholvergiftungen auch über Nacht zu betreuen. Damit trägt das Aicher-Team zur Entlastung der umliegenden Labore und Kliniken bei.
Auf der Wiesn 2025 behandelte der Sanitätsdienst 7.158 Personen. Bei rund 39 Prozent der Fälle handelte es sich um alkoholbedingte Notfälle. Ein gutes Drittel waren chirurgische Verletzungen, internistische und sonstige Beschwerden machten 26 Prozent aus.