Auf zur Bischöfin und Päpstin - Menschenkette für Reformen
Der Katholikentag in Würzburg ist nicht nur ein heiteres Glaubensfest. 30 Organisationen fordern Reformen in der Kirche - und spannen eine Menschenkette.
Würzburg (dpa) - Mit einer Menschenkette vom Dom zur Augustinerkirche in der Würzburger Innenstadt haben Reformkräfte für Veränderungen in der katholischen Kirche demonstriert. 30 Organisationen haben sich daran beteiligt. Vor allem Frauen reihten sich nacheinander auf und sangen für ihre Ziele, darunter, dass es irgendwann eine Päpstin oder Bischöfin geben wird. Die Kirche solle Gleichberechtigung leben. Frauen sind in der katholischen Kirche von Weiheämtern ausgeschlossen.
Die Demonstrierenden forderten auf dem Katholikentag unter anderem die Bekämpfung der Ursachen sexualisierter und geistlicher Gewalt sowie deren Vertuschung in der Kirche.
«Angesichts der großen Herausforderungen und Umwälzungen, in denen unsere Kirche und unsere Gesellschaft stehen, braucht es mutige Reformen in allen Bereichen und auf allen Ebenen. Dies kann nur gemeinsam und solidarisch geschehen», schrieben die Organisatoren. Dazu gehören unter anderem die Reformgruppe «Wir sind Kirche», «Maria 2.0», die katholische Hochschulgemeinde Würzburg und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB).
In dem Aufruf hieß es, die Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken in Deutschland wünsche sich Reformen. «Wir wollen eine Kirche, die Hoffnung gibt, die nah bei den Menschen ist, die sich nicht in XXL-Pfarreien selbst verwaltet und die das Gemeinwohl zum Ziel hat.» Die Menschenkette stand unter dem Leitwort «Ich will, dass Du bist» - dieser Satz stammt vom Kirchenlehrer Augustinus.