Bayerische Staatsregierung warnt: Wettbewerber im Bahn-Fernverkehr könnte Nahverkehr und Anbindung von Städten wie Augsburg, Ingolstadt und Bamberg gefährden
Die bayerische Staatsregierung sieht durch den geplanten Markteintritt neuer Bahnunternehmen wie Italo Nachteile für den Nahverkehr und die Anbindung mittelgroßer Städte. Verkehrsminister Bernreiter warnt vor einer schlechteren Versorgung und fordert klare Regeln. Alle Details zur Bundesratsinitiative lest ihr hier.
Die bayerische Staatsregierung warnt aktuell davor, dass bayerische Städte von der Bahn abgehängt werden könnten.
Hintergrund ist der geplante Markteintritt des italienischen Bahnunternehmens Italo in Deutschland. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat dazu im Bundesrat eine Initiative gestartet.
Wettbewerb im Fernverkehr: Gefahr für Nahverkehr und Städte-Anbindung
Laut Bernreiter könnte der verstärkte Wettbewerb dazu führen, dass mittelgroße Städte wie Augsburg, Ingolstadt und Bamberg schlechter an das Fernverkehrsnetz angebunden werden. Besonders kritisch sieht die Staatsregierung, dass neue Anbieter vor allem lukrative Strecken bedienen wollen und dabei kleinere Städte sowie der ländliche Raum benachteiligt werden könnten.
Nahverkehr könnte unter Druck geraten
Auch dem Nahverkehr droht ein Nachteil, wenn die Bahn auf wichtigen Trassen dem Fernverkehr den Vorrang gibt. Das zeigen die aktuellen Pläne für die Strecke München – Augsburg. Diese sehen eine Halbierung des Nahverkehrs zur Hauptverkehrszeit vor, während gleichzeitig aber mehr Fernverkehr unterwegs sein soll. Das könnte für viele Pendler in Bayern zu längeren Wartezeiten und schlechteren Verbindungen führen. Bernreiter betont: „Im Nahverkehr fahren rund 80% der Fahrgäste. Diese dürfen nicht das Nachsehen haben. Es darf nicht passieren, dass der Nahverkehr zugunsten des Fernverkehrs unter die Räder kommt. Ein No-Go ist außerdem, dass ein Mehr an Wettbewerb auf Kosten der Ticketinhaber gehen soll!“
Ticket-Probleme durch mehr Anbieter?
Die Staatsregierung fordert, dass die Fahrgäste weiterhin flexible Tickets nutzen können und bei Störungen keine Nachteile entstehen. Bislang ist es möglich, Tickets flexibel zu buchen und bei Störungen andere Verbindungen zu nutzen. Diese Vorteile sollen auch bei mehr Anbietern erhalten bleiben.
Es müssen Pakete vergeben werden, wo explizit Halte auch in ländlichen Räumen festgelegt sind.
Bayerns Verkehrsminister Bernreiter
Initiative im Bundesrat: Bayern fordert klare Regeln
Mit einer Bundesratsinitiative setzt sich Bayern für verlässliche Rahmenbedingungen im Schienenverkehr ein. Ziel ist es, dass das Schienennetz als öffentliches Eigentum im Sinne aller Fahrgäste genutzt wird und nicht nur der Gewinnmaximierung dient, so Minister Bernreiter. Die Initiative wird nun in den Ausschüssen beraten.
Weitere Schritte
Die Thematik wird auch bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz am 21. und 22. Oktober in Hohenschwangau behandelt.