Bayerns BIP 2025 minimal gewachsen - Industrie schrumpft
Ungeachtet aller Krisen hat das bayerische Bruttoinlandsprodukt 2025 leicht zugelegt - doch Entwarnung bedeutet das nicht.
München (dpa/lby) - Bayerns Wirtschaft ist im vergangenen Jahr trotz anhaltender Talfahrt der Industrie minimal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt im Freistaat legte inflationsbereinigt um ein halbes Prozent zu, wie das Statistische Landesamt in Fürth mitteilte. Damit liegt Bayern etwas besser als im Bundesdurchschnitt: Die deutsche Wirtschaft insgesamt legte 2025 lediglich um 0,2 Prozent zu.
Nur die Dienstleister legen zu
2025 war damit weniger schlecht als das Vorjahr, in dem die Wirtschaft im Freistaat nach mittlerweile revidierten amtlichen Zahlen um 1,3 Prozent geschrumpft war. Zurückzuführen war das Mini-Wachstum 2025 aber ausschließlich auf die Dienstleister, deren Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent zulegte. Die Wertschöpfung der Industrie dagegen sank um 0,4 Prozent.
Seit Jahren weitgehende Stagnation
«Das macht uns große Sorgen und zeigt schonungslos die besorgniserregende strukturelle Schwäche der bayerischen Wirtschaft», kommentierte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich, dass die bayerische Wirtschaft seit Jahren weitestgehend stagniert: Die inflationsbereinigte Wirtschaftsleistung des Jahres 2025 war nur 1,6 Prozent höher als im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 - eine Wachstumrate, wie sie in besseren Zeiten in einem einzigen Jahr erreicht wurde.