Bettwanzen auf Berghütten in Bayern: Deutsche Alpenverein-Hütten führen Mikrowellenpflicht und Spürhunde gegen die Ausbreitung ein
Die Berghütten in Bayern kämpfen aktuell verstärkt gegen Bettwanzen. Ab Juli gelten neue Regeln: Schlafsack und Nachthemd müssen in die Mikrowelle, Gepäck kommt in spezielle Beutel. Wie der Deutsche Alpenverein mit Spürhunden und weiteren Maßnahmen vorgeht, lest ihr hier.
Die Bettwanzen sorgen auf Berghütten in Bayern für große Herausforderungen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat neue Maßnahmen eingeführt, um die Ausbreitung der kleinen Blutsauger zu stoppen.
Neue Regeln für Gäste auf Berghütten in Bayern
Ab Juli gelten auf den Hütten des DAV in Oberstdorf, Landsberg, Kempten und Immenstadt besondere Anreiseregelungen. Wer auf den Hütten ankommt, muss Rucksack und Klamotten in einen Pflicht-Beutel packen, einen sogenannten "Bug-Bag". Der kostet drei Euro. Damit wollen die Alpenvereins-Sektionen verhindern, dass Bettwanzen mitwandern.
Warum Bettwanzen ein Problem sind
Die Bettwanzen reisen oft unbemerkt in Rucksäcken, Schlafsäcken oder Kleidung mit. Besonders dort, wo viele Menschen in wechselnden Betten schlafen, finden sie ideale Bedingungen – wie auf Berghütten, aber auch in Hotels oder Jugendherbergen. 15 bis 20 der über 320 Hütten im Freistaat sind pro Jahr betroffen, berichtet der DAV - und es werden mehr. Ein Grund dürfte laut DAV der Trend zu Bergsport sein.
Spürhund und Mikrowelle im Einsatz
Um einen Befall frühzeitig zu erkennen, setzt der DAV auch auf ausgebildete Spürhunde. Einer davon ist Linus, ein Mischling. Er ist ausgebildeter Wanzenspürhund und jedes Jahr im Schneibsteinhaus im Nationalpark Berchtesgaden unterwegs. Spürhunde wie Linus schnüffeln in Ecken und an Betten, um die Tiere aufzuspüren. Andere Hütten setzen auf Mikrowellen, das Rotwandhaus zum Beispiel. Dort werden Schlafsachen in der Mikrowelle erhitzt, denn Bettwanzen und ihre Eier sterben bei Temperaturen ab 55 Grad ab. So handhaben es auch einige Hütten der Sektionen Immenstadt, Allgäu-Kempten, Oberstdorf und Landsberg.
Kosten und Prävention
Ein Befall kann teuer werden: Der Einsatz eines Kammerjägers kostet bis zu 50.000 Euro. Der Spürhund-Einsatz ist günstiger und hilft, das Problem frühzeitig zu erkennen. Hinweise in den Hütten informieren die Gäste, wie sie mithelfen können - zum Beispiel, indem sie den Rucksack nicht ins Zimmer nehmen und den gestellten Schlafsack nutzen. Die Bisse der Bettwanzen können zwar jucken, sind aber nicht gefährlich. Ein Befall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun – die Tiere sind einfach lästig und schwer zu bekämpfen.