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Bistum Augsburg sieht Tauf-Prämie mit gemischten Gefühlen

Eine 500-Euro-Prämie für Taufen sorgt am Starnberger See für Diskussionen. Das Bistum Augsburg betrachtet das «gut gemeinte» Projekt aber eher kritisch.

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Taufbecken Carmen Jaspersen/dpa

Augsburg/Starnberg (dpa) - Das Bistum Augsburg hat sich distanziert zu der 500-Euro-Prämie für neu getaufte Kinder in katholischen Gemeinden am Starnberger See geäußert. Aus kirchlicher Sicht gebe es bei dem Projekt auch ein schales Gefühl, teilte ein Sprecher der Diözese mit.

Hintergrund ist die Aktion «Starnberger Schutzengel» des Unternehmers Peter Löw. Er stiftet 500 Euro für jeden Täufling in verschiedenen Kirchen im Raum Starnberg. Insgesamt 20.000 Euro für bis zu 40 Taufen in diesem Jahr stehen zur Verfügung, in mehreren Fällen hat Löw das Geld bereits nach den Taufen übergeben.

In den betroffenen Kirchengemeinden selbst und darüber hinaus wird die Prämie kontrovers diskutiert. «Wir haben Pfarreimitglieder, die sagen, du verkaufst damit das Ansehen der Kirche», sagte der Starnberger Stadtpfarrer Andreas Jall. Er verwies allerdings auf die hohen Kosten in der oberbayerischen Region. In dieser hochpreisigen Gegend solle den Familien mit der Prämie finanziell geholfen werden, meinte der Geistliche.

Bistum sieht finanziellen Aspekt zu nahe am Sakrament

Die betroffene Pfarreiengemeinschaft gehört zu der Augsburger Diözese. In einer Stellungnahme des Bistums hieß es, dass eine solche Freigiebigkeit grundsätzlich ein sympathischer Ausdruck von Nächstenliebe sei. Es stehe zudem jedem frei, einem anderen ein Geschenk zu machen. «Aber wo Sakramentenempfang und finanzielle Aspekte, wie gut gemeint auch immer, zu nahe zusammenrücken, bleibt aus kirchlicher Sicht unwillkürlich ein schales Gefühl.»

Das Bistum verweist darauf, dass jeder Gläubige das Recht auf einen Empfang der Sakramente habe, sofern die entsprechenden Voraussetzungen gegeben seien. «Und katholische Eltern sind sogar verpflichtet, ihre Kinder baldmöglichst taufen zu lassen und im christlichen Glauben zu erziehen.» Die Entscheidung der Eltern, ihr Kind zur Taufe zu bringen, setzte eine bewusste Glaubensentscheidung voraus.

Das Bistum stellte auch infrage, ob es in Zeiten der Ökumene sinnvoll sei, die Prämie auf nur die eigene Konfession zu begrenzen. «Immerhin gibt es nur die eine Taufe auf den Namen des dreifaltigen Gottes, die in den verschiedenen Konfessionen gespendet wird», heißt es in der Stellungnahme.

© dpa-infocom, dpa:260731-930-463995/1