Das machen die «Quattro-Streifen» am Münchner Hauptbahnhof
Vier Profis, eine Mission: Am Münchner Hauptbahnhof patrouillieren jetzt Bundespolizei, Polizei, Bahn und U-Bahnwache gemeinsam. Was das für Reisende bedeutet.
München (dpa/lby) - Am Münchner Hauptbahnhof gibt es künftig «Quattro-Streifen» - hört sich italienisch an und ist es auch, übersetzt heißt «quattro» nämlich «vier». Doch was hat die italienische Zahl mit der Polizei zu tun? Und warum gerade am Hauptbahnhof?
Das bedeutet «Quattro-Streife»
Die Polizei, die Bundespolizei, die Deutsche Bahn Sicherheit und die städtische U-Bahnwache werden künftig gemeinsam am Hauptbahnhof in München unterwegs sein - zu viert. Für jede Institution ein Vertreter oder eine Vertreterin. So sieht es die Kooperationsvereinbarung vor, die die Institutionen unterschrieben haben.
Was sind die Vorteile?
Bis zu 450.000 Reisende und Besucher sind täglich an dem Bahnhof unterwegs, wo aktuell auch rege gebaut wird. Viele Menschen, da läuft nicht immer alles reibungslos. Genau da kommen die «Quattro-Streifen» ins Spiel.
«Unser gemeinsames Ziel ist es, den Menschen am Münchner Hauptbahnhof und in dessen Umfeld ein spürbares Gefühl von Sicherheit zu vermitteln», erklärt Steffen Quaas, der die Inspektion der Bundespolizei in München leitet. Im Behördendeutsch heißt das: Die «Quattro-Streifen» seien Bestandteil des Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen.
Warum zu viert?
Kompetenzen und Erfahrungen würden so gebündelt, außerdem könne man schneller und effektiver eingreifen, begründen die Institutionen ihren gemeinsamen Auftritt. Und: «Die Streifen sind ein sichtbarer Beleg dafür, dass Sicherheit ein Thema ist, das uns alle gleichermaßen betrifft. DB, Polizei wie Stadt. Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe», sagt Torsten Malt von der Deutschen Bahn Sicherheit.
Wie ist die Sicherheit am Hauptbahnhof München?
Inzwischen deutlich besser. Nach Angaben der Bundespolizei gab es 2024 rund 735 Gewaltdelikte. 2025 seien es nur noch rund 550 gewesen, sagt ein Behördensprecher. Er führt das auf zahlreiche Maßnahmen zurück, die nun Wirkung zeigen.
Als Beispiel nennt er Schwerpunkteinsätze wie zuletzt Ende Mai. An mehreren bayerischen Bahnhöfen gab es Kontrollen, zudem durften Reisende keine Messer, Waffen und gefährlichen Werkzeuge mitführen. Ende 2025 wurde zudem eine Videoüberwachung installiert. Schon länger gilt ein Alkoholverbot. Auch gemeinsame Streifen gab es immer wieder.
Was bedeutet das für Reisende?
Die Vierer-Teams wollen für Reisende und andere Menschen am Bahnhof da sein. Man sei für alle Anliegen jederzeit ansprechbar und könne schnell reagieren, erklärt Christian Huber, Vizepräsident des Polizeipräsidiums in München.
Kann das funktionieren? Sicher, so die einhellige Meinung. Die Bundespolizei kann aus anderen Städten berichten. Mit vergleichbaren Kooperationen etwa in Hamburg und Leipzig habe man bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Quaas.