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«Die Weiße Rose»: Musical trifft auf Erinnerungskultur

Ein Musical erzählt die Geschichte der wohl bekanntesten Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Nach der Uraufführung im vergangenen Juni steht eine Deutschland-Tour an.

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Generalprobe Musical "Weiße Rose" Karl-Josef Hildenbrand/dpa

München (dpa/lby) - Das Musical «Die Weiße Rose» über die NS-Widerstandsgruppe geht auf Deutschlandtournee. Geplant sind Aufführungen in Berlin, Düsseldorf und München sowie in Füssen, Stuttgart und Köln, wie das Festspielhaus Neuschwanstein mitteilte. Im vergangenen Sommer wurde die Geschichte der Widerstandsgruppe «Weiße Rose» dort uraufgeführt. Auch in München gab bereits es vier Aufführungen. 

Historisches künstlerisch erzählen

Sechs Jahre lang näherten sich Regisseurin Vera Bolten und Musiker Alexander Melcher dem schwierigen Thema mit intensiven Recherchen. Ihre Motivation: Die Entwicklung der meist jungen Menschen zu zeigen, die sich in der Widerstandsgruppe versammelt hatten und mit Flugblättern und Aktionen die Verbrechen der Nationalsozialisten anprangerten. Einige befürworteten anfangs noch das Regime, nahmen aber angesichts der vielen Verbrechen gegen die Menschlichkeit immer mehr Abstand und gingen schließlich in den Widerstand.

Diesen Mut mussten einige mit ihrem Leben bezahlen, so auch die Geschwister Scholl. Am 18. Februar 1943 wurden Hans (24) und Sophie Scholl (21) beim Verteilen eines Flugblattes in der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verhaftet und wenige Tage später zum Tode verurteilt und hingerichtet.

In ihrer Geschichte wollen die Verantwortlichen aber nicht von Helden erzählen, sondern von normalen, jungen Menschen. So ist das Musical ein Stück über den Weg des Erwachsenwerdens und ein Einblick in die Gedanken der historischen Personen, mit Originalzitaten, etwa aus Briefen, Tagebüchern oder Flugblättern.

Bildungsprojekt statt Kommerz

Mit der Tournee soll das Stück als Bildungsprojekt weitergeführt werden, heißt es in der Mitteilung. An allen Tourorten seien auch Schulvorstellungen geplant, die mit pädagogischen Materialien zur Vor- und Nachbereitung im Unterricht ergänzt werden sollen. Das stößt auf Anklang. «Schon jetzt sind 65 Prozent der Schultickets aller Tourorte verkauft», erzählt Benjamin Sahler, Theaterleiter des Festspielhauses Neuschwanstein. Das Musical sei ein gemeinnütziges Projekt, das möglichst vielen Schülerinnen und Schülern gezeigt werden solle. 

Preisgekrönte Inszenierung

Beim Deutschen Musical Theater Preis 2025 war «Die Weiße Rose» mit neun Nominierungen das meist nominierte Stück des Jahres gewesen und wurde als bestes Musical ausgezeichnet. Weitere Ehrungen erhielt die Produktion unter anderem für Regie, Buch, Liedtexte, musikalisches Gesamtbild und Choreographie.

© dpa-infocom, dpa:260318-930-832418/2