Eichhörnchen in Bayern: Über 91.000 Sichtungen dank Mitmach-App – Daten helfen beim Schutz der Tiere
Seit sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz mit seiner Mitmach-App „Eichhörnchen in Bayern“ Beobachtungen aus der Bevölkerung. Über 91.000 Eichhörnchen wurden bereits gemeldet. Die Daten helfen, die Tiere besser zu schützen und ihre Lebensräume zu verstehen. Alle Infos dazu gibt’s hier.
Seit sechs Jahren begeistert die Mitmach-App „Eichhörnchen in Bayern“ des BUND Naturschutz Tierfreunde in ganz Bayern. Über 91.000 Eichhörnchen wurden in rund 74.000 Meldungen erfasst. Diese beeindruckende Datengrundlage hilft, die Tiere besser zu schützen und ihre Lebensräume zu verstehen.
Citizen Science: Gemeinsam für den Schutz der Eichhörnchen
Die App-Nutzerinnen und Nutzer haben eine einzigartige Datengrundlage geschaffen. „Dank ihres Engagements können wir erstmals großräumig nachvollziehen, wo Eichhörnchen leben, wie sie sich anpassen und wo sie besonders gefährdet sind“, erklärt Projektleiterin Martina Gehret. Eichhörnchen sind ein wertvoller Indikator für den Zustand unserer Ökosysteme, da sie sensibel auf Veränderungen reagieren.
Rückgang der Meldungen: Ein Warnsignal?
Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung. Auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob dies auf eine Bestandsabnahme oder ein verändertes Meldeverhalten hinweist, ist noch unklar. Diese Frage wird in den kommenden Jahren zentral für den Artenschutz sein.
Eichhörnchen in Städten besonders sichtbar
Etwa 60 Prozent aller Beobachtungen stammen aus Städten und Siedlungsräumen. Hier profitieren die Tiere von Grünanlagen und Baumbeständen. Wälder und Agrarlandschaften folgen mit deutlichem Abstand. „Dass viele Meldungen aus Städten kommen, bedeutet nicht, dass es im Wald weniger Eichhörnchen gibt“, betont Gehret. In urbanen Räumen sind sie einfach sichtbarer.
Verkehrsopfer und Schutzmaßnahmen
Seit einem App-Update Anfang 2024 können auch Totfunde gemeldet werden. Seither wurden rund 1.150 verendete Eichhörnchen dokumentiert, davon allein 480 im Jahr 2025. Die meisten toten Tiere wurden im Umfeld von Straßen entdeckt. In Regensburg und Zirndorf sanken die Zahlen nach der Installation von Eichhörnchenseilbrücken deutlich. Auch die neue Brücke in der Nürnberger Eichendorffstraße soll künftig Lebensräume verbinden.
Jetzt ist die beste Zeit für Beobachtungen
Im Winter und im Frühjahr sind Eichhörnchen ohne Laub besser zu sehen. Zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.