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Erfolgreicher Test: Feuerwehr München setzt mehr Drohnen ein

Nur acht Sekunden bis zum Start: Münchens Feuerwehr setzt jetzt auf noch mehr automatisierte Drohnen. Warum die Einsatzkräfte begeistert sind.

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Pk der Stadt München zu «Automatisierten Drohnen» Malin Wunderlich/dpa

München (dpa/lby) - Nach guten Test-Erfahrungen mit voll automatisierten Drohnen nimmt die Feuerwehr München ein drittes Gerät in den Dienst. Es wird in Kirchheim stationiert und im Landkreis München eingesetzt, wie die Verantwortlichen erläuterten. Die Drohnen nehmen aus der Luft Fotos, Videos und Wärmebilder von Großbränden oder Unfällen auf und senden diese noch vor dem Eintreffen der ersten Feuerwehrleute direkt an die Leitstelle. So kann die Einsatzleitung schneller entscheiden, welches Vorgehen nötig ist.

Bereits seit Dezember unterstützen zwei Drohnen die Münchner Feuerwehr. Sie flogen seither bei 29 Einsätzen voraus - darunter 18 Brände, 5 Lageerkundungen und 4 Verkehrsunfälle, wie Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller erklärte. Das Besondere an den voll automatisierten Drohnen sei, dass sie im Durchschnitt innerhalb von acht Sekunden alarmiert sind und nach 33 Sekunden abheben.

Pilotbetrieb bislang nur tagsüber

Im Schnitt sind die Drohnen vier Minuten vor Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort. «Besonders die Phase der Erkundung wird unterstützt», erläuterte der Projektleiter bei der Feuerwehr, Christian Schnepf. Dies helfe enorm bei der Planung und Koordination. 

Bislang läuft der Pilotbetrieb nur tagsüber. Sollte es nach der sechsmonatigen Testphase weitergehen, ist die Ausweitung auf einen 24-Stunden-Betrieb geplant. 

Kosten für halbjähriges Pilotprojekt im mittleren fünfstelligen Bereich

Neben der Erweiterung des Einsatzradius bringt die neue, im Landkreis stationierte Drohne noch eine Neuerung: Bislang musste der Pilot die Adresse des Einsatzortes manuell eingegeben. Bei der im Kirchheimer Gemeindeteil Heimstetten stationierten Drohne wird sie direkt vom Einsatzleitrechner übermittelt.

Das Pilotprojekt ist deutschlandweit das erste in dieser Größenordnung. «Frankfurt, Hamburg, Berlin - wir bekommen interessierte Nachfragen zum Verlauf aus vielen Großstädten», erzählte Schnepf. Die Bilanz nach der ersten Projekthälfte sei durchweg positiv. Das Projekt koste die Stadt eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich, einen weiteren Anteil zahlt der Freistaat.

© dpa-infocom, dpa:260305-930-773896/1