Feuerwehr löscht Glutnester - hohe Waldbrandgefahr in Bayern
Die Temperaturen steigen, und damit auch das Risiko für Waldbrände. Doch schon jetzt sind die Einsatzkräfte mit Waldbränden und Nachlöscharbeiten beschäftigt. Wie ist die Lage?
Unterwössen (dpa/lby) - Seit Tagen halten Waldbrände die Rettungskräfte in Bayern im Atem - und das alles bei Hitze und extremer Trockenheit. In den Chiemgauer Alpen laufen nach einem Waldbergbrand die Nachlöscharbeiten, am Johannisberg in der Oberpfalz ist das Feuer unter Kontrolle, aber weiterhin nicht vollständig gelöscht. In den kommenden Tagen gilt für Waldbrände in weiten Teilen die zweithöchste Warnstufe 4. Besonders hoch schätzt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Gefahr für Brände am Dienstag und Mittwoch in der Mitte und im Norden Bayerns ein.
«Ein herzliches Vergelt's Gott»
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dankte den rund 2.300 Helferinnen und Helfern. «Sie alle haben unermüdlich gegen die Flammen gekämpft. Dank Ihres Einsatzes konnten die derzeitigen Waldbrände schnell eingedämmt und gelöscht werden, ohne dass die Anwohner in Gefahr gebracht wurden», sagte der Minister. «Ein herzliches Vergelt's Gott für diesen vorbildlichen Einsatz und diese hervorragende Leistung.» Sieben Feuerwehrleuten, die bei dem Einsatz in der Oberpfalz verletzt wurden, wünschte Herrmann eine schnelle Genesung. Sie sind nach Angaben des Landratsamtes Amberg-Sulzbach wieder wohlauf.
Herrmann verwies auch auf bis zu sechs Polizeihubschrauber, die die Arbeit von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Bergwacht und des Technischen Hilfswerks aus der Luft unterstützen. Die Hubschrauber des neuesten Modells H145 könnten bis zu 800 Liter Wasser aufnehmen, erklärte der Minister.
«Der Berg ist gesichert»
In der Oberpfalz hieß es am Nachmittag: «Das Feuer ist unter Kontrolle, der Berg gesichert.» Man habe Schutzstreifen angelegt und werde auch die Brandfläche weiter wie geplant bewässern. Zudem bekämpfe man noch Glutnester und Schwelbrände. Für den Abend ordnete das Landratsamt Amberg-Sulzbach den Rückzug seiner Führungsgruppe Katastrophenschutz an, die das Geschehen am Johannisberg begleitet hatte. Man werde die weiteren Löschnacharbeiten an die Feuerwehren abgeben, teilte die Behörde mit.
In der Oberpfalz waren am Freitag bei Freudenberg (Landkreis Amberg-Sulzbach) rund 5,7 Hektar Wald in Brand geraten. Sieben Einsatzkräfte wurden seitdem verletzt, mussten aber nicht ins Krankenhaus. Nach Angaben des Landratsamtes waren rund 200 Helfer am Sonntag seit dem frühen Morgen weiter damit beschäftigt, die vielen Bodenfeuer zu löschen.
Der Einsatz war durchaus gefährlich. Das liege an umstürzenden Bäumen, herabfallenden Ästen und Glutnestern am Boden. Auch das unwegsame Gelände erschwere die Löscharbeiten. Für Anwohner besteht laut dem Landratsamt keine Gefahr. Die Kreisstraße AS 29 zwischen Freudenberg und Bühl bleibe weiterhin gesperrt.
In der Nacht waren wieder Flammen zu sehen
An der Lackenbergwand in den Chiemgauer Alpen kam es in der Nacht zum Sonntag teils erneut zur Glutbildung, vereinzelt waren Flammen zu sehen. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein. In der Nacht war eine Drohne mit Wärmebildtechnik über das Gebiet geflogen. Die Auswertung der Aufnahmen zeige einen Erfolg, die Zahl der Wärmequellen sei zurückgegangen, teilte der Kreisfeuerwehrverband mit.
Auch am Sonntag waren Helferinnen und Helfer damit beschäftigt, die Glutnester im steilen Gelände per Hand zu löschen. Sie müssten jedes einzelne Glutnest öffnen, freilegen und löschen, sagte der Sprecher. Man gehe von einem «langwierigen Einsatz» aus. Zwischendurch sei zwar Regen gefallen, der habe aber nicht gegen die Glutnester geholfen.
Das Feuer in dem Bergwald nahe der Lackenbergwand war am Mittwochabend entdeckt worden. Hitze und extreme Trockenheit erschweren die Löscharbeiten. Zwischenzeitlich wurde der Katastrophenfall in der Gemeinde Unterwössen (Landkreis Traunstein) ausgerufen, seit Freitag gilt der Brand aber - bis auf die Glutnester - als gelöscht.
Kleinerer Waldbrand wurde rechtzeitig gelöscht
Nur wenige Kilometer entfernt, in Marquartstein (Landkreis Traunstein), war am Freitag ein kleinerer Waldbrand eingedämmt worden, der nun weiter engmaschig überwacht wird. Augenzeugen hatten Rauch nahe der Schnappenkirche am Hochgern gemeldet und den Notruf gewählt. Das Feuer erstreckte sich demnach auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern und wurde gelöscht, bevor es sich weiter ausbreiten konnte. Eine leichte Rauchentwicklung sei in der Nacht von der Wache gelöscht worden, so der Kreisfeuerwehrverband.
Bei Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land hatte ein Blitzeinschlag am Freitagabend einen Brand an der Südseite des Hochstaufens entfacht. Das Ausmaß des Feuers war nach Angaben der Polizei überschaubar, allerdings mussten auch dort die Glutnester teils per Hand bekämpft werden.