Kerosin-Nachschub könnte Flugverkehr beeinträchtigen – Flughafen Memmingen aktuell ohne Engpass
Der Luftverkehrsverband BDL warnt vor möglichen Einschränkungen im Flugverkehr, da der Nachschub von Kerosin stockt. Am Flughafen Memmingen gibt es aktuell keinen Engpass, doch das Risiko besteht im Gesamtsystem. Wie sich die Lage entwickeln könnte, lest ihr hier.
Der Kerosin-Nachschub ist aktuell ein Thema, das den Luftverkehr in Bayern und ganz Europa beschäftigt. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Luftverkehrsverbands BDL, betont, dass die Sommerreisesaison bevorsteht und der Luftverkehr für den Tourismus besonders wichtig ist. Ob und wann sich die Versorgungslage zuspitzt, hänge maßgeblich von der Dauer des Iran-Kriegs ab. Selbst bei einem schnellen Ende werde sich die Lage auf den Energiemärkten nur langsam entspannen.
Auswirkungen auf den Flughafen Memmingen
Der Allgäu Airport kauft das Kerosin nicht selbst ein – das übernehmen die Fluggesellschaften. Der Flughafen lagert das Kerosin und übernimmt die Betankung der Flugzeuge. Sollte in Südeuropa Kerosin knapp werden, könnten Flugzeuge in Memmingen mehr tanken als üblich. Dadurch könnte es auch hier zu Engpässen kommen, falls die Nachfrage plötzlich steigt.
Herausforderungen bei der Kerosin-Beschaffung
Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass Kerosin in Teilen Europas in den kommenden Wochen knapp werden könnte. Bislang würden 75 Prozent der europäischen Kerosin-Nettoimporte aus dem Mittleren Osten stammen. Ersatz kommt aktuell vor allem aus den USA, so der BDL. Dieser könne aber nur etwa die Hälfte der ausfallenden Mengen ersetzen.
Reserven sollen freigegeben werden
An konkreten Gegenmaßnahmen schlägt der BDL eine enge staatliche Überwachung der vorhandenen Kerosin-Mengen vor. Zudem sollten nationale und europäische Reserven freigegeben werden. Helfen könnten auch zusätzliche Durchleitungsrechte für die sogenannte Nato-Pipeline, um die Flughäfen in Frankfurt, Köln, München und Zürich besser versorgen zu können.