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Künstliche Intelligenz sorgt für mehr Betrugsfälle an Bayerns Schulen – Kultusministerium verschärft Regeln und setzt neue Kontrollmaßnahmen bei Prüfungen um

Immer häufiger wird an Bayerns Schulen mit Künstlicher Intelligenz betrogen. Laut einer Umfrage haben 85 Prozent der Lehrkräfte am Gymnasium bereits KI-Spickversuche erlebt. Das Kultusministerium reagiert jetzt mit neuen Maßnahmen und verschärften Regeln. Alle Details dazu lest ihr hier.

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Prüfungen an Schule Silas Stein/dpa

Immer mehr Schülerinnen und Schüler nutzen Künstliche Intelligenz (KI), um bei Prüfungen zu schummeln. Laut einer aktuellen Umfrage des Philologenverbands haben 85 Prozent der Lehrkräfte am Gymnasium im Freistaat bereits KI-basierten Betrug erlebt. Das Kultusministerium in Bayern hat darauf reagiert und neue Maßnahmen eingeführt, um unerlaubte Hilfsmittel zu erkennen und zu verhindern.

Neue Regeln: Note 6 auch ohne direkten Nachweis

Ab sofort können Schüler eine Note 6 erhalten, selbst wenn sie während der Prüfung nicht beim Spicken erwischt wurden. Das Ministerium nennt als Beispiel eine „unerklärliche Erweiterung des Wortschatzes“ als Indiz für KI-Nutzung. Lehrkräfte müssen die Schüler in einem Gespräch mit den Auffälligkeiten konfrontieren und anschließend entscheiden, ob ein Unterschleif vorliegt.

Vielfältige Hilfsmittel: Von Kamera-Brillen bis KI-Stiften

Die Möglichkeiten zum Betrügen sind vielfältig: Brillen mit integrierter Kamera, winzige Kopfhörer oder Stifte mit KI-Funktion kommen immer häufiger zum Einsatz. Das Ministerium empfiehlt, bei Verdacht Beweismittel zu sichern und den Vorfall zu dokumentieren.

So sollen Lehrer reagieren

  • Kontrollmöglichkeiten: Sichtkontrollen wie das Zeigen der Hände oder das Freimachen der Ohren sind erlaubt, solange die Intimsphäre gewahrt bleibt. Körperliche Durchsuchungen sind nicht zulässig.
  • Sensibilisierung: Schülerinnen und Schüler sowie Eltern werden verstärkt über die Konsequenzen von KI-Spicken aufgeklärt.
  • Prüfungsumgebung: Abgabe aller digitalen Geräte, Kontrolle von Schreibutensilien und Sitzabstände sollen das Schummeln erschweren.
  • Aktive Aufsicht: Lehrkräfte müssen während Prüfungen besonders aufmerksam sein und einheitlich vorgehen.

Bayern setzt auf Aufklärung und Kontrolle

Das Kultusministerium betont die Bedeutung der Aufklärung und der konsequenten Kontrolle. Ziel ist es, Täuschungsversuche mit Künstlicher Intelligenz zu reduzieren und faire Prüfungsbedingungen für alle zu schaffen.