Klose und der «Club»: Neue Kräfte, aber weiter viel Arbeit
Nach dem Remis gegen Paderborn schlagen die Nürnberger auf dem Transfermarkt zu. Ein Verteidiger kommt zurück, ein weiterer Mittelfeldspieler dazu. Helfen sie Trainer Klose aus der Krise?


Nürnberg (dpa/lby) - Zwei Tage nach dem ersten Punktgewinn der Saison gab es für Trainer Miroslav Klose beim 1. FC Nürnberg auch personelle Verstärkung. Erst gaben die Franken die Rückkehr von Verteidiger Tim Drexler bekannt, der erneut von der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen wird. Dann folgte die Leihe von Mittelfeldspieler Pape Demba Diop vom französischen Club Racing Straßburg. Das Duo soll dem Fußball-Zweitligisten aus der Krise helfen.
Nach dem 0:0 gegen den SC Paderborn am Freitagabend hatte Klose erst mal durchgeatmet. Beim wilden Remis gegen die Ostwestfalen hatte der FCN zwar seine Negativserie von zuvor vier Pflichtspielniederlagen beendet, den großen Befreiungsschlag aber verpasst. Vor allem zeigte die Partie einmal mehr, wie viele Baustellen der Coach und frühere Weltklasse-Stürmer auch in der nun anstehenden Länderspielpause zu beackern hat.
Was wird aus Knoche?
Für Hoffnung sorgt, dass der Kader nun Form annimmt. Drexler, der bereits in der vergangenen Rückrunde für Nürnberg spielte, soll den ohnehin schon großen Konkurrenzkampf im Abwehrzentrum verschärfen. «Wir wissen, was er hier schon geleistet hat», sagte Klose. «Wenn der Spieler zu haben ist, greife ich zum Telefon und will den Spieler haben, bevor er irgendwo anders hingeht.»
Dass sich der «Club» gerade in der Defensive steigern muss, war am Freitag gut zu erkennen. Zwar schossen die Nürnberger vorn 14-mal auf das Tor, ließen selbst aber auch 15 Abschlüsse des Gegners zu. «Natürlich wissen wir auch, dass wir schnell das eine oder andere dazulernen müssen», sagte Klose. Das gilt etwa für das Spiel mit einer Viererkette, die der Trainer gegen Paderborn ausprobierte - und die Gäste mitunter zu gefährlichen Kontern einlud.
Was die Drexler-Verpflichtung für die Zukunft von Robin Knoche bedeutet? Unklar. Dass der Kapitän das Spiel gegen Paderborn erneut von der Bank aus verfolgen musste, sei zumindest «kein Signal» für einen Wechsel gewesen, beteuerte Klose. «Der Robin weiß, was wir an ihm haben.»
Diop schon länger auf dem Radar
Im Mittelfeld legten die Nürnberger nach dem Wechsel von Caspar Jander zum FC Southampton nach England nun noch ein weiteres Mal nach. Diop habe man schon lange beobachtet, erklärte Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Gegen Paderborn hatte der erst am Mittwoch verpflichtete Finn Ole Becker die Position von Jander übernommen - und ein gutes Debüt abgeliefert.
Auf den ersten Heimsieg seit inzwischen mehr als fünf Monaten müssen Klose und seine Nürnberger weiter warten. Zumindest ihr kämpferischer Einsatz und die jüngsten Griffe auf dem Transfermarkt dienen aber als Hoffnungsschimmer.