Leichtathletik-WM 2031 findet in München statt
Die Ausrichter der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 und 2031 stehen fest. München darf sich auf die Titelkämpfe in fünf Jahren freuen, in drei Jahren ist erstmals eine afrikanische Stadt dran.
Budapest (dpa) - Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2031 finden in München statt. Der Weltverband verkündete zudem, dass die Titelkämpfe im Jahr 2029 in Kenias Hauptstadt Nairobi ausgetragen werden. Damit steigt in drei Jahren erstmals eine Leichtathletik-WM in Afrika.
«Deutschland hat immer wieder bewiesen, dass es ein herausragender und zuverlässiger Gastgeber großer Leichtathletikveranstaltungen ist», sagte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands, Sebastian Coe, und fügte hinzu: «Wir wissen, dass Deutschland ein Publikum für die Leichtathletik hat. Und wir sind überzeugt, dass München 2031 alle Voraussetzungen für spektakuläre Leichtathletik-Weltmeisterschaften mitbringt.»
Erst Asien, dann Afrika, dann Europa
Über die WM 2029 in Afrika sagte Coe: «Nairobi hat eine überzeugende und emotionale Bewerbung vorgelegt. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften erstmals nach Afrika zu bringen, wird historisch sein.» Rom und London hingegen gingen leer aus. Die nächsten Titelkämpfe steigen im September 2027 in Peking. Das stand schon länger fest.
München hatte 2022 mit den European Championships im Olympiastadion für Begeisterung in der europäischen Leichtathletik gesorgt. Die Entscheidung über die Titelkämpfe der Leichtathleten fällt gut eineinhalb Wochen vor der Klärung einer weiteren wichtigen Frage. Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet am 26. September über den deutschen Olympia-Bewerber für 2036, 2040 oder 2044.
Neue Momente wie einst bei Bolt in Berlin?
Vor der Vergabe der Leichtathletik-WM hatte Coe auf «hervorragende, wirklich überzeugende Angebote» hingewiesen.
Bislang fanden zweimal Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Deutschland statt. Im Jahr 1993 war Stuttgart Ausrichter, im Jahr 2009 Berlin. Auf der blauen Bahn in der Hauptstadt lief Jamaikas Sprint-Legende Usain Bolt Weltrekorde über 100 und 200 Meter. Sie haben bis heute Bestand.
Dreistelliger Millionenbetrag
Wenige Wochen vor der Vergabe der Leichtathletik-Weltmeisterschaften hatte München als Kandidatenstadt eine finanzielle Zusicherung durch Bayerns Staatsregierung erhalten. Das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beschloss, sich zu einem Drittel an den Durchführungskosten des Events zu beteiligen. Die weiteren Drittel der Kosten sollen die Stadt sowie der Bund tragen. Für eine WM 2031 wird laut aktuellen Schätzungen mit Gesamtausgaben in Höhe von rund 123 Millionen Euro gerechnet.
Als Austragungsort ist das modernisierte Olympiastadion vorgesehen. An neun Veranstaltungstagen wird mit rund 2.200 Athletinnen und Athleten aus etwa 195 Nationen gerechnet. Präferiert wurde 2031, denn 2029 finden bereits im Mai das Deutsche Turnfest sowie im Juli und August die Fußball-EM der Frauen in München statt.
Zehnkampf-Star Neugebauer hatte auf Heim-WM gehofft
Deutsche Leichtathletik-Stars hatten auf die Heim-WM gehofft. «München 2029 wäre natürlich der Traum. Das würde mal richtig cool sein. Ich glaube, Leichtathletik hat in Deutschland generell einen hohen Stellenwert. Und jetzt habe ich das Gefühl, es wird immer mehr und mehr», hatte der Welt- und Europameister im Zehnkampf, Leo Neugebauer, gesagt. Nun wurde es 2031.