Münchens OB: Großkonzerne sollen Werkswohnungen bauen
Siemens & Co. haben es vor Jahrzehnten vorgemacht: Werkswohnungen gaben Mitarbeitern und ihren Familien Unterkunft im teuren München. OB Krause wünscht sich das auch heute – gerade von der IT-Branche.
München (dpa/lby) - Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) fordert, dass sich internationale Großkonzerne im Münchner Wohnungsbau engagieren. «Internationalität ist eine Bereicherung für die Stadt. Und natürlich findet die stärkste wirtschaftliche Entwicklung momentan im IT-Bereich statt», sagte der Grünen-Politiker der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstagsausgabe). Sich in der Region ansiedelnde Unternehmen hätten eine Verantwortung, die viele etwa in der Stadtgestaltung auch annehmen würden. «Aber ich sehe sie auch in der Pflicht beim Werkswohnungsbau.»
Google vergrößert Standort in München
In München fehlen aktuell mehrere Tausend Wohnungen, Wohnraum ist zum Teil extrem teuer. Kritiker sehen den Zuzug von immer mehr Top-Verdienern als Belastung für den ohnehin schon angespannten Immobilienmarkt. Zuletzt hatte etwa Google angekündigt, seine Präsenz in München auszubauen.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) befürwortet Krauses Forderung. Die Schaffung von Wohnraum sei ein Zusammenspiel von privaten, staatlichen und kommunalen Maßnahmen, sagte der CSU-Politiker der Zeitung. «Wenn Unternehmen ebenfalls Wohnraum schaffen, um im Wettbewerb um die besten Fachkräfte ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, ist das nur zu begrüßen.»