Zum Hauptinhalt springen

Nagelsmann zu Musiala: «Er hat nicht mehr so viel Zeit»

Jamal Musiala sollte zum Start ins WM-Jahr sein Länderspiel-Comeback geben. Doch das verhindert eine Schmerzreaktion am operierten Fuß. Der Bundestrainer sagt, was jetzt passieren muss.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG ANTENNE BAYERN Logo
Jamal Musiala Christian Charisius/dpa

Basel (dpa) - Bayern-Star Jamal Musiala verpasst wegen erneuter Probleme an seinem operierten Sprunggelenk den Start der Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Jahr. Aber wird der 23-Jährige bis zum Turnier im Juni topfit? Diese Frage stellt sich auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, ohne sie klar beantworten zu können. 

«Er hat nicht mehr so viel Zeit. Das steht außer Frage», sagte Nagelsmann vor dem Testspiel am Abend (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz. Der DFB-Chefcoach wird Mitte Mai den WM-Kader benennen, Ende Mai beginnt die Turniervorbereitung. «Ich traue es ihm zu, dass er auf 100 Prozent kommt. Er hat jetzt noch acht Wochen.» Am 2. Juni reist der DFB-Tross in die USA. 

Musiala trainiert wieder

Vor etwas mehr als zwei Wochen stand Musiala beim 6:1 des FC Bayern gegen Atalanta Bergamo zuletzt auf dem Platz. Eine Schmerzreaktion am linken Fuß zwang ihn danach zu einer erneuten Pause. Immerhin konnte er jetzt erstmals wieder eine individuelle Einheit mit Ball in München absolvieren. 

«Er war einfach lange weg. Ich will ihm nur die Daumen drücken, dass es schnell gut ist mit seinem Sprunggelenk, dass da nichts mehr passiert, dass er nichts mehr spürt», sagte Nagelsmann in Basel. «Bei Jamal ist das Wichtige, dass er gesund ist, dass er schmerzfrei ist und dass er 100 Prozent performen kann und auch sein Level erreicht.»

«Jamal muss schon bei 100 Prozent sein»

Musiala hatte sich bei der Club-WM in den USA im vergangenen Sommer das Wadenbein gebrochen und dazu schwer am Sprunggelenk verletzt. Er musste operiert werden und fiel bis zu Jahresbeginn aus. «Es war eine extrem schwere Verletzung, die, was relativ normal ist, immer wieder mal ein paar Problemchen macht», erklärte der Bundestrainer. 

Die aktuelle Problematik beschrieb Nagelsmann so: «Wenn du als Spieler auf dem Spielfeld bist, einen Schmerz hast, ihn tolerieren kannst und deine Aktionen bei 100 Prozent sind, macht das nichts.» Anders sei es, «wenn du einen Schmerz hast, den du nicht tolerieren kannst aus verschiedenen Gründen». Dann sei der Spieler gehemmt und könne nicht befreit spielen. 

Mit Blick auf die WM sagte Nagelsmann: «Jamal muss, wie alle anderen auch, wenn er spielen will, schon bei 100 Prozent sein.» Seine letzten Länderspiele bestritt er vor einem Jahr im Nations-League-Viertelfinale gegen Italien.

Verletzung von Nmecha dramatischer als bei Pavlovic

Sorgen bereiten auch die fest eingeplanten Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic (Hüftbeschwerden) und Felix Nmecha (Außenbandverletzung am Knie), die ebenfalls die Länderspiele in der Schweiz und am kommenden Montag in Stuttgart gegen Ghana verpassen. «Bei Felix ist es deutlich dramatischer als bei Pavlo. Der wird, denke ich, schnell wieder zurückkommen. Bei Felix wird es ein bisschen dauern», berichtete Nagelsmann.

© dpa-infocom, dpa:260327-930-873266/1