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Naturschützer protestieren gegen neue Ölbohrung in Schwaben

Das Unternehmen Oneo prüft weitere Erdölbohrungen im Raum Augsburg. Umweltschützer kritisieren den Ausbau fossiler Infrastruktur angesichts fortschreitender Klimakrise scharf.

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Protest gegen neue Ölbohrungen Stefan Puchner/dpa

Augsburg (dpa/lby) - Umweltschützer haben gegen eine erweiterte Erdölbohrung im Landkreis Augsburg demonstriert. Das Energieunternehmen Oneo will dort in den nächsten Jahren neue Bohrungen prüfen. Bereits seit Jahrzehnten gibt es in der Region zwei Erdölförderanlagen.

Das Vorhaben sei «völlig aus der Zeit gefallen», meint der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Landesvorstandsmitglied Julian Fürholzer kritisierte, dass im Jahr 2026 eine neue Ölförderung vorbereitet werde: «Die Klimakrise eskaliert immer weiter – und gleichzeitig wollen wir womöglich über Jahrzehnte neue fossile Infrastruktur schaffen?» Der Augsburger BN-Kreisvorsitzende Peter Roth ergänzte: «Bayern muss endlich konsequent aus den fossilen Energien aussteigen, um seinen Beitrag zur Begrenzung der Klimakrise zu leisten.»

Bedeutender Erdölstandort im Alpenvorland

Südlich von Augsburg gibt es zwischen Groß- und Kleinaitingen seit bald schon einem halben Jahrhundert einen Erdölförderbetrieb. Auf dem Aitinger Feld seien seit 1979 mehr als eineinhalb Millionen Tonnen Rohöl an die Oberfläche gepumpt worden, berichtet die Gemeinde Kleinaitingen. «Der Standort ist der mit Abstand größte Ölförderbetrieb im Alpenvorland.» Dieses Erdölfeld hatte Oneo zuletzt 2023 erweitert.

Nur wenig entfernt im benachbarten Schwabmünchen gibt es ebenfalls seit den 1970er Jahren eine weitere Erdölförderung. In diesem Bereich hat der Freistaat im Dezember der Oneo GmbH & Co. KG aus Landau in der Pfalz eine weitere Bergbauberechtigung erteilt. Die Bohrgenehmigung selbst müsste das Unternehmen aber noch beim Bergamt Südbayern beantragen, dies ist bislang nicht erfolgt.

Unternehmen rechnet frühestens 2027 mit Bohrungen

Bis es zu einer nördlichen Erweiterung des Erdölfeldes Schwabmünchen kommt, wird es noch dauern. Laut dem Unternehmen geht es zunächst darum, das Gebiet auf mögliche Erdölvorkommen zu prüfen. Mit eventuellen Bohraktivitäten sei dann frühestens ab dem Jahr 2027 zu rechnen, teilt Oneo mit. Konkrete Aussagen zu förderbaren Mengen oder der Dauer von Bohrmaßnahmen seien bislang nicht möglich.

Das Unternehmen verweist darauf, dass Erdöl nicht nur ein Energielieferant sei. Es sei auch «ein wichtiger Rohstoff für zahlreiche Alltags- und Zukunftsanwendungen – unter anderem für Handys, Laptops, Reifen, Kunststoffe oder Medizinprodukte».

© dpa-infocom, dpa:260122-930-582404/1