"Ewigkeits-Chemikalien" in Bayern: SPD fordert klare Regeln und Unterstützung für Kommunen
Ewigkeitschemikalien wie PFAS belasten Böden und Gewässer in Bayern – darunter Regionen wie Altötting, Grafenwöhr und Friedberg. Die SPD stellt im Landtag klare Forderungen an die Staatsregierung.
So genannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) stecken in vielen Alltagsprodukten – von Outdoorjacken über Pfannen bis hin zu Kaffeebechern. Einmal in die Umwelt gelangt, bauen sich diese Stoffe kaum ab und reichern sich in Böden und Gewässern an. Besonders betroffen sind Regionen wie Altötting, Grafenwöhr, Friedberg, Manching und Burgkirchen.
Gesundheitsgefahr durch PFAS
Viele PFAS gelten als gesundheitsschädlich. Sie stehen im Verdacht, das Immunsystem, den Cholesterinspiegel und den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Studien bringen europaweit tausende Todesfälle mit PFAS-Belastungen in Verbindung.
SPD fordert Unterstützung für Kommunen
Die Sanierung von belasteten Böden und Gewässern ist für viele Kommunen eine große Herausforderung. Trinkwasser muss aufwendig aufbereitet werden, belasteter Boden muss ausgehoben und entsorgt werden. Die SPD und die Grünen im Landtag fordern deshalb mehr finanzielle und rechtliche Unterstützung vom Freistaat Bayern. Anna Rasehorn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der SPD, betont :„PFAS sind ein massives Umweltproblem, das immer schlimmer und teurer wird, wenn man es weiterhin ignoriert. Die Staatsregierung braucht endlich einen klaren Plan, wie mit den gefährlichen Chemikalien umgegangen werden soll – Städte und Gemeinden dürfen nicht länger mit dem Problem allein gelassen werden. Wir müssen belastete Böden sanieren, Kommunen finanziell unterstützen und die Menschen endlich schützen.“
Forderung nach Lösungen für alle Kommunen
Besonders deutlich wird das Problem an der PFAS-belasteten Ach in Friedberg. Roland Eichmann, Bürgermeister von Friedberg, fordert: „Ähnlich wie im Bereich der Altlasten benötigen wir Kommunen das direkte und unkomplizierte Engagement des Freistaats. Denn auch hier handelt es sich um Probleme, die nicht durch die Kommunen verursacht wurden und deren Bewältigung nicht allein kommunal zu stemmen ist.“
Fischerei und Landwirtschaft betroffen
Auch der Landesfischereiverband Bayern warnt vor den Folgen der PFAS-Belastung. Verzehrwarnungen für belastete Fische könnten zu Problemen für die Fischerei führen. Die Grünen kritisieren, dass es im Moment keine validen Daten zur PFAS-Belastung in der Landwirtschaft gibt.
EU prüft Verbot von PFAS
Die europäische Chemikalienagentur ECHA prüft aktuell ein mögliches PFAS-Verbot. Eine Entscheidung der EU-Kommission soll Ende 2026 oder Anfang 2027 fallen. Erwartet werden aber lange Übergangsfristen, da die Chemikalien im Moment in so vielen Produkten genutzt werden.