Pfleger soll Bewohner in Blindenheimen misshandelt haben
Stofftiere als Knebel, ein Knochenbruch, Verletzungen: Im Prozess gegen einen früheren Pfleger schildert die Staatsanwaltschaft erschütternde Vorwürfe aus einer Einrichtung für behinderte Menschen.
Regensburg (dpa/lby) - Wegen der mehrfachen Misshandlung von Menschen mit erheblichen Behinderungen steht ein früherer Pfleger einer Blindeneinrichtung in der Oberpfalz vor dem Regensburger Landgericht. Wie ein Gerichtssprecher berichtete, habe der Angeklagte zu Beginn des Prozesses die Vorwürfe bestritten.
Der Mann hatte von 2016 bis 2022 bei der Einrichtung gearbeitet. Dort betreute er Bewohner, die über ihre Seheinschränkung hinaus beeinträchtigt sind. Die Betroffenen könnten sich nicht mit Worten ausdrücken, betont die Staatsanwaltschaft. Zu den Taten soll es jeweils während des Nachtdienstes des Pflegers gekommen sein.
Ein Kind und mehrere Erwachsene sollen misshandelt worden sein
Laut Anklage soll der Beschuldigte in einem Fall stumpfe Gewalt gegen den Hals eines neunjährigen, geistig behinderten Buben angewandt haben. In einem anderen Fall soll er einem 25-Jährigen den Oberarm gebrochen haben. In zwei Fällen soll er einem 23-Jährigen Stofftiere quasi als Knebel in den Mund gestopft haben, weil der Heimbewohner während des Wickelns schrie. Eine 30 Jahre alte Frau soll durch Gewalt des Pflegers unter anderem Verletzungen im Gesicht erlitten haben.
Der 51 Jahre alte Pfleger ist wegen Misshandlung Schutzbefohlener und wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Für das Verfahren sind sechs Verhandlungstage vorgesehen.