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Prozess um Münchner Auto-Anschlag startet

Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass ein Auto in München in eine Menschenmenge raste, Mutter und Kind tötete und Dutzende Menschen verletzte. Nun wird die Tat aufgearbeitet.

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Nach dem Anschlag in München Pia Bayer/dpa

München (dpa) - Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf eine Demonstration in München mit zwei Toten beginnt heute der Prozess gegen den Täter. Der damals 24 Jahre alte Afghane wurde noch am Tatort festgenommen, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. 

Die Bundesanwaltschaft hat ihn wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in 44 Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung und eines schweren gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Bis in den Sommer hinein sind Verhandlungstermine am Oberlandesgericht München angesetzt, das Urteil könnte am 25. Juni fallen. 

Die Ermittler gehen von islamistischem Terrorismus aus und davon, dass der damals 24 Jahre alte Afghane, der 2016 nach Deutschland gekommen war, sein Auto am 13. Februar 2025 – zehn Tage vor der vorgezogenen Bundestagswahl – gezielt in den Demonstrationszug der Gewerkschaft mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt hat. Eine Mutter und ihre erst zwei Jahre alte Tochter starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. 

Er soll ein Begleitfahrzeug der Polizei überholt haben und noch 23 Meter weitergefahren sein, nachdem er die ersten Menschen erfasst hatte. Nicht er selbst brachte das Fahrzeug nach Angaben der Ermittler zum Stehen - er konnte wegen der Verletzten unter seinem Auto nicht weiterfahren. 

Täter soll «Allahu Akbar» gerufen haben

Sein mutmaßliches Motiv: «Er wähnte sich verpflichtet, als Reaktion auf das Leid von Muslimen in islamisch geprägten Ländern willkürlich ausgewählte Personen in Deutschland angreifen und töten zu müssen.» So teilte es die Bundesanwaltschaft bei der Anklageerhebung mit. Er soll sich Hasspredigten im Internet angeschaut haben. 

Nach Ermittlerangaben hatte der Mann «Allahu Akbar» gerufen und nach seiner Tat gebetet. In seiner Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demonstrationszugs gefahren zu sein - «aus einer übersteigerten religiösen Motivation heraus», wie die Ermittler es einschätzen.

© dpa-infocom, dpa:260116-930-552269/1