Schnee-Freuden: Lifte nach Jahren wieder in Betrieb
Alle reden über Unfälle, Schneebruch, ausgefallene Busse? Der viele Schnee in Nordbayern hat auch schöne Seiten. Liftanlagen, die jahrelang pausieren mussten, gehen wieder in Betrieb.
Wiesenttal/Osternohe (dpa/lby) - Seit 2019 gab es im oberfränkischen Muggendorf keinen Betrieb mehr am Skilift. Und in Mittelfranken in Osternohe im Nürnberger Land auch nicht. Der Schnee fehlte - und wenn er denn mal da war, bremste die Pandemie den Skisport aus. Aber jetzt, Anfang 2026, laufen die Anlagen. Und so sind auch in der Fränkischen Schweiz Skiabfahrten möglich. Wenn auch natürlich nicht auf kilometerlangen Pisten und ohne Hightech. Es ist ein paar Nummern kleiner als im Alpenraum oder im Bayerischen Wald.
«Wir hatten 2019 zuletzt Liftbetrieb», schildert Markus Pöhlmann, Verantwortlicher für die Anlage in Wiesenttal (Landkreis Forchheim). Nun sei aber endlich ausreichend Schnee gefallen. «Wir halten uns», sagt er stolz. Weil der ehrenamtlich organisierte Verein sich engagiere, seien beispielsweise auch die Kosten für Wartung, Versicherung und TÜV-Abnahme zu stemmen. Er könne allerdings verstehen, wenn ein privater Liftbetreiber aus wirtschaftlichen Gründen aufgibt.
«Das war wirklich trostlos»
Seit 2019 stand auch der Lift Osternohe still. «Das war wirklich trostlos», erinnert sich Geschäftsführer Werner Raum. Aktuell sehe es zwar besser aus - doch es sei unklar, wie es weitergehe mit dem Wetter. Für künstliche Beschneiung sei es aktuell nicht kalt genug. Die Talstation liege auf gerade einmal 430 Meter Höhe. Die Anlage wirbt mit dem Label «längste Liftanlage Mittelfrankens».
Skifahren am Staffelberg
Ein paar Öffnungstage haben die Verantwortlichen am Staffelberg im Landkreis Lichtenfels in den Vorjahren dem Winter schon abgetrotzt, wie Jürgen Paul von den Naturfreunden Bad Staffelstein sagt. Als Verein sei das stemmbar, allerdings müsse man immer schneller reagieren und habe kaum Vorlauf. Über Mails, soziale Netzwerke oder Whatsapp informiere man kurzfristig über die Öffnung des Lifts.
Einen weiteren Lift in der Region gibt es in Lahm, auch hier hatte es in den vergangenen Jahren schlecht mit dem Betrieb ausgesehen, weil kaum Schnee lag.
Loipen für Langlauf-Fans
Und wer es etwas gemütlicher mag und lieber auf Langlauf-Skiern unterwegs ist, hat in Nordbayern derzeit auch die Qual der Wahl: Die Städte Bayreuth und Pegnitz zum Beispiel haben Loipen gespurt, die Hotspots in Frankenwald und Fichtelgebirge sowieso. Loipen gibt es aber auch in vielen Orten der Fränkischen Schweiz, etwa Betzenstein, Pottenstein oder Gräfenberg.
Auch im Fichtelgebirge können sich Wintersportler derzeit über gute Bedingungen freuen: Die Gondelbahn am Ochsenkopf und viele andere Liftanlagen laufen. «Aktuell ist die Südpiste vom Ochsenkopf für den Skibetrieb geöffnet, was im vergangenen Jahr nicht möglich war», sagt Michael Gersch, Geschäftsführer der Erlebnisregion Ochsenkopf.
Einige Frankenwald-Lifte haben aufgegeben
Und im Frankenwald? Hier haben in den vergangenen Jahren einige Liftbetreiber aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben, weil das Winterwetter zu unbeständig war. Aktuell gebe es noch Lifte in Schwarzenbach am Wald und in Tettau, sagt Franka Leidinger, Sprecherin des Frankenwald Tourismus Service Centers in Kronach. Zahlreiche Loipen seien gespurt. Aus touristischer Sicht spiele das Thema Wintersport jedoch «grundsätzlich eine untergeordnete Rolle».
In der bayerischen Rhön ist beispielsweise am Kreuzberg Ski alpin möglich. «Es ist soweit! Wir starten in die Skisaison 2026», schrieben die Verantwortlichen am 9. Januar auf Facebook.