Umstrittenes Treffen: Studentenverbindungen in Coburg
Mit Fackelzug und Festkommers: Pfingsten trifft sich wieder der Coburger Convent, ein Zusammenschluss von Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Turnerschaften. Das gefällt nicht jedem.
Coburg (dpa/lby) - Zahlreiche Mitglieder von Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Turnerschaften kommen derzeit in Coburg zusammen - und zwar zum Pfingstkongress des Coburger Convents (CC). Zu den Höhepunkten des Programms zählt ein Fackelzug am Montagabend zum Coburger Marktplatz sowie zuvor ein Festkommers.
Vor allem an diesem Fackelzug stören sich Gegner der Veranstaltung. Für den Montagabend sind nach Polizeiangaben acht Gegenveranstaltungen angemeldet.
Man gehe davon aus, dass der Coburger Convent und auch die Gegenveranstaltungen in einem ähnlichen Rahmen wie in den Vorjahren ablaufe, hieß es vorab bei der Polizei. «Wir sind gut vorbereitet», sagte ein Sprecher der Polizei. Es stünden neben Einsatzkräften aus Coburg auch weitere Einheiten etwa der Bereitschaftspolizei zur Verfügung. Schwerpunkt des Einsatzgeschehens sei der Montagabend.
So sieht sich der Convent selbst
Auf seiner Internet-Präsenz heißt es über den Coburger Convent: Man sei ein akademischer Verband von Studierenden und Absolventen deutscher und österreichischer Hochschulen, «gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion oder was auch immer die Menschen unterscheidet».
Der Verband binde sich nicht parteipolitisch oder konfessionell. Er erwarte «von seinen Mitgliedern, dass sie sich jederzeit für die Bundesrepublik Deutschland und deren freiheitlich-demokratische und liberal-rechtsstaatliche Ordnung einsetzen». Der Coburger Convent tagt seit 1951, also seit 75 Jahren, in der oberfränkischen Stadt.
Das sagen die Gegner
Die Gegner des Coburger Convents betonten, der Protest sei vielfältig. Es gebe auch eine Fahrraddemo und weitere Kundgebungen im Umfeld des Treffens. Der Fackelmarsch sei eindeutig politisch aufgeladen, hieß es in einer Mitteilung der Initiative «Studentenverbindungen auflösen». Es müsse «endlich Schluss sein mit dem nationalistischen und kriegsverherrlichenden Schauspiel des Coburger Convents».