12.05.2022 | Deutschland Mehr Geld für Mitarbeiter: Discounter erhöhen ihren Mindestlohn

Im Moment steigen die Preise in fast jedem Lebensbereich an - darauf reagieren die Discounter und wollen ihren Mitarbeitenden mehr Geld zahlen. Sollten das alle Arbeitgeber machen? Alles Wichtige zu der neuen Änderung lest ihr hier.

Foto: Pa/PA Wire/dpa
"Unsere Kollegen leisten täglich einen überdurchschnittlichen Einsatz und uns ist es ein zentrales Anliegen, dass dieser auch überdurchschnittlich und fair entlohnt wird", 

sagte der Geschäftsleitungsvorsitzende bei Lidl in Deutschland, Christian Härtnagel, am Mittwoch, den 11. Mai 2022. Lidl folgt damit dem Beispiel des Wettbewerbers Aldi. 

Discounter erhöhen Mindestlohn

Der Mindestlohn liegt damit bei den beiden größten deutschen Discountern auch künftig deutlich über dem erst im Juli 2022 auf 10,45 Euro gestiegenen gesetzlichen Mindestlohn. Der Discounter Aldi kündigte schon im April an, dass man den Mindestlohn für die Beschäftigten in Deutschland ab Juni von 12,50 auf 14 Euro erhöhen würde. Die Handelskette reagiere damit auf die aktuelle Welle von Preissteigerungen, teilte Aldi Süd mit. 

"Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter".

Auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord hebe den Mindestlohn im Gleichschritt an, sagte ein Firmensprecher. Der Mindestlohn bei Aldi liegt damit auch künftig deutlich über dem erst im Juli 2022 auf 10,45 Euro steigenden gesetzlichen Mindestlohn. Auch der Discounter Lidl erhöht nun den Mindestlohn für seine Beschäftigten in Deutschland ab Juni von 12,50 auf 14 Euro. 

Sollten Löhne allgemein steigen?

Sehr viele Deutsche sind sich einig: Deutliche Lohnerhöhungen sind erforderlich, um die gestiegenen Preise abzufedern. In einigen Branchen sind Gehaltserhöhungen nicht unwahrscheinlich, denn es stehen Tarifverhandlungen an. 

„In den bisherigen Tarifabschlüssen ist noch kein übermäßiges Lohnwachstum zu sehen“, 

sagte Achim Truger aus dem aus dem Wirtschaftssachverständigenrat des EZB-Rats. 

EZB besorgt

Die Inflation in Deutschland ist wie im gesamten Euroraum im Laufe des vergangenen Jahres vor allem als Folge der Corona-Krise sprunghaft und viel stärker als allgemein erwartet angestiegen. Nun kam auch noch der Krieg in der Ukraine hinzu. Dabei ist die große Sorge, dass sich dieser Trend verfestigt – etwa dadurch, dass als Reaktion auch die Löhne deutlich steigen. Eine solche Spirale, die sogenannte "Lohn-Preis-Spirale", bei der sich Preise und Löhne gegenseitig immer weiter hochschaukeln, gilt auch der EZB als zunehmendes Risiko, – zumal gleichzeitig die Inflationserwartungen spürbar angezogen haben. 

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