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Bayern verpassen trotz Kane-Elfer großen Sieg gegen Arsenal

Die Bayern liefern sich einen intensiven Fight mit dem FC Arsenal. Ohne mehrere Topkräfte reicht es nach Toren von Davies und Kane im großen Europa-Test aber nicht zum Sieg.

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Bayern München - FC Arsenal Peter Kneffel/dpa

München (dpa) - Bayern Münchens Cheftrainer Vincent Kompany klatschte mit Arsenal-Kollege Mikel Arteta ab und ging dann zu seinen Spielern, die sich über den verpassten großen Sieg ärgerten. Angetrieben vom halbwegs genesenen Coach, aber ohne einige Top-Kräfte musste der FC Bayern das zweite Remis nacheinander in der Champions League hinnehmen. Beim 2:2 (1:1) des deutschen Fußball-Meisters gegen den englischen Champion ging es in der Allianz Arena 90 Minuten intensiv zur Sache. 

Zum Matchwinner wäre beinahe Harry Kane avanciert, der gegen seinen Jugendclub in der 61. Minute vom Elfmeterpunkt zum 2:1 traf. Doch Nationalmannschaftskollege Declan Rice konnte noch für die Gunners zurückschlagen und ausgleichen (82.).

Kane: «Faires Resultat»

«Wir hatten ein paar gute Momente, nur nicht genug davon, um das Spiel zu gewinnen», sagte Kane bei DAZN. «Es war eine gute Performance von uns. Es gab eine Phase, in der wir das Spiel hätten killen können. Die anderen wirkten müde.» Aber Arsenal kam zurück. «Am Ende ist das Unentschieden ein faires Resultat.» Teamkollege Tom Bischof fand es «eher enttäuschend, dass wir nicht die drei Punkte holen.»

Vor Kanes Strafstoß nach einem Handspiel von Jurrien Timber hatte Alphonso Davies in der 35. Minute nach einem Traumpass von Bayerns Torjäger die 1:0-Führung der Gunners durch Eberechi Eze (25.) ausgeglichen. 

Die Bayern hätten einen Heimsieg vor 75.000 Zuschauern durch mehr Entschlossenheit und Offensivkraft in der zweiten Spielhälfte durchaus verdient gehabt. Nach fünf Punkten aus drei Partien sind die Münchner im Kampf um einen Platz in den Top 8 und dem direkten Einzug ins Achtelfinale zwei Wochen vor dem schweren Auswärtsspiel bei Atlético Madrid unter Druck. Arsenal hat zwei Zähler mehr auf dem Konto.

Nachdem Kompany wegen einer Virus-Infektion das Abschlusstraining am Dienstag nicht leiten konnte, kehrte er am Spieltag zur Mannschaft zurück. Der Belgier wollte unbedingt dabei sein beim Revanche-Versuch elf Monate nach dem lehrreichen 1:3 in London. 

«Dass wir letztes Jahr gegen Arsenal verloren haben, ist auch eine Extra-Motivation für uns», sagte Kompany beim Streamingdienst DAZN. Und der Belgier brannte. Einmal erregte er sich so sehr, dass er eine Wasserflasche in der Coaching-Zone auf den Boden schleuderte.

Kimmich fehlt wegen Trauerfalls in der Familie

Bei der Aufstellung musste Kompany allerdings Kreativität zeigen. Gleich vier Top-Spieler fehlten ihm. Neben dem gesperrten Michael Olise und dem nach einem Muskelfaserriss noch nicht wieder fitten Nationalspieler Jamal Musiala stand auch Mittelfeldchef Joshua Kimmich wegen eines Trauerfalls im engsten Familienkreis nicht zur Verfügung. Zu allem Überfluss saß der beim 6:1 gegen RB Leipzig dreimal treffende Linksaußen Luis Díaz wegen muskulärer Probleme lange auf der Ersatzbank. Der Kolumbianer kam erst spät als Joker ins Spiel (68.) - und musste später wieder runter.

Die neu formierte Bayern-Elf musste sich erst mal finden, gerade auch in der Offensive mit der neuen Flügelzange Alphonso Davies und Serge Gnabry. Es dauerte, bis die Bayern Zugriff auf das Spiel bekamen. Das galt auch für das junge Mittelfeld-Duo Aleksandar Pavlovic und Bischof, das aufmerksam von Bundestrainer Jürgen Klopp als Tribünengast beobachtet wurde.

Neuer zieht mit Müller und Messi gleich

Nach zwei Spielen Pause wegen einer Reizung am Fuß kehrte Manuel Neuer ins Tor zurück - und das in seinem 163. Champions-League-Spiel. Damit zog der 40-Jährige in der Rangliste der Rekordspieler mit Thomas Müller und Lionel Messi auf Platz drei gleich. Nur Cristiano Ronaldo (183 Spiele) und der frühere Toptorwart Iker Casillas (177) sind häufiger in der Königsklasse aufgelaufen.

Wichtiger als dieser persönliche Meilenstein sei aber, «dass wir das Spiel gewinnen», sagte Neuer nach der Ankunft im Stadion bei DAZN. Machtlos war der Kapitän beim 0:1, das der für den früh verletzten Bukayo Saka eingewechselte Flügelstürmer Eze nach einem wunderbaren langen Pass von Arsenal-Kapitän Martin Ödegaard erzielte. Dafür verhinderte Neuer mit einer spektakulären Rettungstat nach einem Kopfball des Brasilianers Bruno Guimaraes kurz nach der Pause einen erneuten Rückstand (48.). 

Im Gegenzug hätte Ismael Saibari seinen wuchtigen Auftritt krönen können. Doch der Marokkaner schoss beim Bayern-Konter nach Zuspiel von Serge Gnabry den Ball ans Außennetz. Vor der Pause war es umgekehrt gewesen. Nach einem Abschlag (!) von Kane auf Davies leitete Saibari bei dem Konter den Ball weiter zu Gnabry, der aber nicht platziert und hart genug schoss (21.).

Beste Druckphase nach dem Seitenwechsel

Nach Saibaris verpasster Großchance scheiterte Dayot Upamecano mit einem Kopfball am gut reagierenden Arsenal-Schlussmann David Raya (49.). Doch Kane belohnte die Bayern in ihrer besten Druckphase. Der Engländer traf im zehnten Königsklassen-Spiel nacheinander. Länger war auf Europas größter Bühne im Vereinsfußball einzig Cristiano Ronaldo erfolgreich. Chapeau!

Arsenal stemmte sich gegen die Niederlage in der Münchner Arena. Zunächst konnten sich die Münchner der Druckphase der Gäste aus London erwehren, doch dann schlug es doch im Bayern-Tor ein. Viktor Gyökeres legte für Rice auf, der mit einem Rechtsschuss aus spitzem Winkel Neuer überwand.

Neben dem späten Ausgleichstreffer gab es einen weiteren ärgerlichen Moment für Kompany. Díaz, der gegen RB Leipzig als dreifacher Torschütze ins herausgeragt hatte, musste angeschlagen vom Platz. Er war schon vor der Partie nicht ganz fit gewesen.

© dpa-infocom, dpa:261021-930-874278/2