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Klopps Ansagen aus New York und die Pläne der DFB-Spitze

Wie geht es weiter beim DFB nach dem WM-Flop und der Trennung von Julian Nagelsmann? Topkandidat Klopp möchte den Bundestrainer-Job. Eine US-Metropole wird zum wichtigen Schauplatz.

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Fußball-WM 2026 - Jürgen Klopp Jan Woitas/dpa

New York/Frankfurt (dpa) - Die Gestaltung einer DFB-Zukunft mit Jürgen Klopp nimmt nach dem nächsten WM-Flop der Fußball-Nationalmannschaft Fahrt auf. Der Wunschkandidat zeigt sich «bereit». Und die DFB-Bosse planen nach der rasch vollzogenen Trennung von Julian Nagelsmann einen zeitnahen Trip zum Bundestrainer-Wunschkandidaten in die USA. Eine Agenda mit den zentralen Themen und Aufgaben ist für die kommenden Tage und Wochen fixiert. 

Als Erster ausführlich gesprochen hat Klopp - und dabei einen Rahmen und eine Richtung abgesteckt. Das Mikrofon in einer Hand, die andere Hand lässig in der Hosentasche. Fest in der Stimme. Vor den Wolkenkratzern von New York im Hintergrund hat er in der deutschen Nacht bei seinem Sommer-Arbeitgeber MagentaTV seine Gedanken und Vorstellungen skizziert. 

«Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt»

Die wichtigste Botschaft. «Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit», verkündete der 59-Jährige. Zwei Jahre nach seinem Trainer-Rückzug beim FC Liverpool will Klopp wieder auf dem Platz stehen, mit einer Mannschaft arbeiten und in vollen Stadien den Kick am Spielfeldrand spüren und ausleben.

Nur: Schnell wird es nicht gehen mit der großen Lösung für den vakanten DFB-Posten. Das machte der Head of Global Soccer von Red Bull auch deutlich. Auf die Frage, was zu einer Unterschrift noch fehle, antwortete Klopp mit einem Wort: «Zeit.» Mehr als 6.000 Kilometer entfernt von New York wird in der DFB-Zentrale parallel an den nächsten Schritten zu einem Klopp-Deal gearbeitet.

Watzkes Nähe zu Klopp als DFB-Pfund  

Nach den gegenseitigen Bereitschaftsbekundungen für eine Zusammenarbeit soll Präsident Bernd Neuendorf (64) gemeinsam mit DFB-Vize Hans-Joachim Watzke (67) im Laufe der kommenden Woche in die USA reisen. Ligapräsident Watzke kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Er ist mit Klopp seit der jahrelangen erfolgreichen Zusammenarbeit bei Borussia Dortmund eng verbunden.

 

Klopp hat sich vorab positioniert. «Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen.» Das heißt: Er fordert maximalen Einfluss und Gestaltungsspielraum. Es geht nicht nur um einen Austausch von Köpfen. 

Auflösung des Red-Bull-Vertrages 

Klopp verhandelt an zwei Fronten. Er muss auch beim Getränkeriesen Red Bull seine bis 2029 datierte Anstellung loswerden. Und zwar gesichtswahrend für alle Seiten. Mit dem dortigen Boss Oliver Mintzlaff, der sich aktuell in England beim Formel-1-Rennen von Silverstone aufhält, gab es auch schon Kontakt. 

«Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen. Aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet, und dementsprechend gehe ich da nicht von aus», sagte Klopp zu möglichen Trennungsproblemen. 

Er halte Verträge «normalerweise super gerne» ein, sagte Klopp. Diese Ausführungen belegen, wie gerne er Bundestrainer werden möchte. Mintzlaff wird moralisch in die Pflicht genommen. Es geht um Fußball-Deutschland. 

Johannes B. Kerner fragte in dem Magenta-Interview nach den Aussichten bis zur EM 2028. Hier wird Klopp zum Mahner. Es sei ja «noch ein bisschen ein ungelegtes Ei», bremste er. «Es ist vollkommen klar, wie ich eben schon gesagt habe, es liegt nicht nur am Cheftrainer, ganz bestimmt nicht.» 

Klopp: «Deutscher Fußball am Wendepunkt»

Er will sich nicht in einen Messias-Status hineindrängen lassen. «Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern», machte Klopp klar. Die Rückkehr zum Erfolg erfordert viel Arbeit - ob mit ihm als Bundestrainer oder einem anderen. «Ob das am Ende dann ich sein werde oder wer auch immer das sein wird, das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind», betonte Klopp.    

Mit zwei Dingen räumte Klopp schon mal auf. Die Erschöpfung, die er nach neun aufreibenden Jahren beim FC Liverpool verspürte, ist weg. Die Batterien sind aufgeladen. Und der Job bei Red Bull, das ist keine Alibi-Beschäftigung. «Ich bin da bereits 19 Monate dabei. Die Öffentlichkeit möglicherweise fragt sich bis heute, was macht er da eigentlich ganz genau. Aber es war eine sehr intensive Zeit», sagte er. Bemerkenswert: Er sprach hier schon in der Vergangenheit. 

Was die WM bei Klopp bewirkt

Sein Experten-Job bei der WM, deren Spiele er teilweise live im Stadien miterlebt, hat neue Lust auf Spitzenfußball geweckt. «Es ist jetzt natürlich wie eine Fortbildung. Also wie auch immer es für mich weitergeht: blöder werde ich nach dieser Weltmeisterschaft sicher nicht sein. Ich werde einiges dazugelernt haben wieder. Und das ist natürlich auch notwendig», erklärte er. 

Ein zentrales Thema bleibt im Interview außen vor: das Geld. Red Bull wird ihn nicht kostenlos ziehen lassen, selbst wenn es ein Gentlemen-Agreement zwischen Klopp und Mintzlaff geben sollte. Der DFB wiederum kann nicht endlos zahlen. Der Abschied von Nagelsmann war teuer, auch wenn dieser «auf Geld verzichtet» habe, wie der zum Jahresende ebenfalls scheidende DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig in einem Sky-Interview besonders hervorhob. 

Völler lotet seine Zukunft aus - Mertesackers Interesse  

Hinter Klopp rücken andere Personalien aktuell in den Hintergrund. Ob Sportdirektor Rudi Völler (66) auch in der künftigen sportlichen Leitung der Nationalmannschaft eine tragende Rolle einnehmen wird, hängt nach dpa-Informationen ebenfalls von der Besetzung des Bundestrainerpostens ab. Deswegen steht auch ein zeitnaher Austausch zwischen Völler und Klopp im Raum. Völlers DFB-Vertrag läuft noch bis zur EM 2028.

Per Mertesacker (41), Spieler im letzten deutschen Weltmeister-Team von 2014, zeigt grundsätzlich auch Interesse, Teil des Neunbeginns zu sein. «Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist - dafür stehe ich natürlich zur Verfügung», sagte er als TV-Experte im ZDF.

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