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Klopps Superstar-Agenda zum Verhandlungsstart mit DFB-Spitze

Die deutsche Fußball-Zukunft wird in New York verhandelt. Die DFB-Bosse jetten in die USA. Jürgen Klopp hat dort ein paar Tage als TV-Experte frei. Worum es in der Bundestrainer-Frage jetzt noch geht.

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Kylian Mbappé und Jürgen Klopp Tom Weller/dpa

New York (dpa) - Jetzt wird verhandelt! So spektakulär wie das Treffen einst mit Kylian Mbappé im Privatjet hoch über Nizza können die Bundestrainer-Gespräche für Jürgen Klopp mit der DFB-Spitze allerdings nicht laufen. Und so geheim schon gar nicht. In den Hochhaus-Schluchten von New York gibt es kein Versteckspiel, muss es auch nicht mehr. 

Vorstellungen und Wünsche sind publik. Jetzt muss der Rote Teppich für den Wunsch-Bundestrainer nur noch faltenfrei ausgerollt werden. DFB-Boss Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke machten sich am Freitag von Frankfurt aus ohne öffentliches Brimborium und ohne weitere Statements in einem Linienflug auf den Weg in die USA. Das Ziel: Big Apple. John-F.-Kennedy-Airport. 

Ganz dicke mit Mbappé

Vor der Klärung der Details für den Fußball-Topjob hatte Klopp als großer TV-Strahlemann schon wieder demonstriert, dass er bei der WM mit allen ganz dicke ist, die im Gegensatz zur deutschen Nationalmannschaft wirklich Weltklasse sind. Diesmal kam Mbappé in Foxborough gleich nach dem Halbfinal-Einzug mit der Équipe tricolore zum gegenseitigen Herzen an die Seitenlinie. 

Klopp hatte am Mikrofon von MagentaTV kurz zuvor aus dem Fußball-Nähkästchen geplaudert und gewohnt launig von einstigen Vertragsgesprächen für den FC Liverpool mit Frankreichs Megastar und dessen Familie in luftigem Ambiente an der Côte d'Azur erzählt. Dass diese damals scheiterten, geschenkt. Mit dem DFB wird es schon klappen. 

Die erwartete Einigung wird sich kaum wie von Watzke skeptisch prognostiziert bis in den August ziehen. Geht es doch noch schief, wäre das für alle Seiten ein Big Bang, ein Fußball-Urknall, den sich keiner leisten kann. Selbstverständlich muss Klopp diesmal nicht in einen Flieger steigen, um einen großen Deal zu verfolgen. Neuendorf und Watzke kommen pflichtschuldig zu ihm. Sie brauchen dringend die große Lösung. 

Verhandlungsmasse oder Fakten

In den knapp zwei Wochen seit dem krachenden WM-Aus gegen Paraguay ist schon so viel an Bedingungen und Forderungen durchgesickert, dass manches schon als Fakt gegeben erscheint. Laufzeit bis zur nächsten WM 2030, natürlich ein ordentliches Millionengehalt höher, aber nicht viel höher als das von Vorgänger Julian Nagelsmann. Und vermutlich sehr viele Freiheiten bei der Gestaltung sonstiger Geschäftsaktivitäten wie privater Werbeverträge. Inwiefern das große Ganze beim DFB reformiert werden muss, wird später analysiert. 

Red Bull als Krisengewinner?

Die noch notwendigen Verhandlungen mit Red Bull, um die Auflösung des noch bis 2029 datierten Vertrags als dortiger Head of Gobal Soccer sollen kommende Woche folgen. Der Getränkekonzern könnte zum großen Gewinner der Umbauarbeiten nach dem WM-Scheitern werden, wenn die kolportieren Details stimmen. Klopp gibt seinen Job auf, bleibt aber Markenrepräsentant, also das, was er bisher primär ohnehin schon war. Eine Ablöse wird nicht fällig, aber das Gehalt zahlt künftig der DFB. Win-Win-Win-Situation nennt man das. 

Ein wenig aus den Augen gerät derzeit, dass Klopp allein als Wunderheiler nicht reichen könnte. Das merkte Bastian Schweinsteiger in der Hitze von Foxborough an. «Jürgen Klopp ist für mich so das Pflaster eigentlich jetzt, der die Wunde so heilt. Aber, ob die komplett heilt, das weiß ich nicht», sagte der ARD-Experte. 

Seine Sorge: Ob jetzt Julian Nagelsmann oder Klopp an der Seitenlinie stehen, mache womöglich angesichts des Spieler-Potenzials gar keinen so ganz großen Unterschied. «Da muss man auch schon in den nächsten Jahren mit der Spielergeneration viel arbeiten», forderte der Weltmeister von 2014. Viel Arbeit oder auch die volle Dröhnung wartet auf Klopp von Anfang an. 

Hammerprogramm zum Start

Vier Länderspiele innerhalb von zehn Tagen im September und Oktober stehen an, wenn die Nationalmannschaft in den Niederlanden, gegen Serbien und zweimal gegen Griechenland in die Nations League startet. Solche einen geballten Starterpack als volle Dröhnung gab es für einen Bundestrainer noch nie. Da darf nix schiefgehen.

Wer bei Klopps TV-Analysen genau zugehört hat, vernahm in den vergangenen Tagen diverse Untertöne, dass der Job nach multiplen Turnierenttäuschungen mit Risiken behaftet ist. Die will er für sich minimieren. «Trainer können keine Wunder vollbringen, aber mit diesem Material zu arbeiten, muss eine Menge Spaß machen», sagte Klopp. Er meinte damit nicht Joshua Kimmich und dessen glücklose DFB-Mitstreiter, sondern Frankreichs Traumsturm um Mbappé.

© dpa-infocom, dpa:260710-930-363923/2